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Anklage brächte wohl Aus für Ecclestone als Formel-1-Boss

30.12.2012 | 17:58 Uhr
Anklage brächte wohl Aus für Ecclestone als Formel-1-Boss
Bernie Ecclestone droht eine Anklage durch die Münchner Staatsanwaltschaft - es wäre wohl sein Ende als Formel-1-Boss.

Essen.  Es wäre doch ein abruptes Ende. Nach fast 40 Jahren könnte die Formel-1-Herrschaft von Bernie Ecclestone vorbei sein, wenn es zu einer Anklage wegen Bestechung kommt. Das weiß auch der 82-Jährige, wie er erstmals zugab.

Jetzt hat es Bernie Ecclestone selbst zum ersten Mal eingeräumt: Post aus München mit einer Anklage könnte das Ende seiner einzigartigen Formel-1-Ära bedeuten. Die Besitzergesellschaft CVC, die Ecclestone nach der Übernahme als Geschäftsführer der Königsklasse angestellt hatte, "wird wahrscheinlich gezwungen sein, mich loszuwerden, wenn die Deutschen mich holen. Es ist ziemlich klar, wenn ich eingesperrt würde", sagte Ecclestone dem "Sunday Telegraph". Nach fast vier Jahrzehnten wäre die Herrschaft des mittlerweile 82 Jahre alten steinreichen Briten vorbei.

Hinter vorgehaltener Hand hieß es schon längst: Im Falle einer Anklage durch die Münchner Staatsanwaltschaft wäre Ecclestone auf dem wichtigsten Posten in der Formel 1 nicht mehr tragbar. Weltweit operierende Unternehmen wären zu Konsequenzen durch ihre sogenannten Compliance Richtlinien zum Handeln gezwungen. Das würde auch für den deutschen Hersteller Mercedes gelten.

Kommentar
Es wird einsamer um Formel 1-Boss Bernie Ecclestone

Bernie Ecclestones Werk ist es, dass die Formel 1 ökonomisch blendend dasteht. Über die Geschäftspraktiken des 82-Jährigen wird allerdings schon seit Jahrzehnten finster spekuliert. Glaubt denn niemand, dass der kleine Herr brutal erpresst wurde? Ein Kommentar.

Jüngst hatte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo Ecclestone einen Rücktritt nahe gelegt, sollte es zur Anklage kommen. Weil er die Formel 1 liebe, werde Ecclestone der Erste sein, der einen Schritt zurücktrete, "im Interesse der Formel 1". Der ganze Vorgang könne "die Formel 1 beschädigen", hatte der Italiener gesagt.

Staatsanwaltschaft ermittelt seit 2011

Dabei geht es weiterhin um die 44 Millionen Dollar, die Ecclestone dem verurteilten Ex-Banker Gerhard Gribkowsky beim Verkauf der BayernLB-Anteile an CVC vor rund sieben Jahren als Schmiergeld gegeben haben soll. Ecclestone bestreitet seit jeher die Vorwürfe und spricht seinerseits von Erpressung.

Die Staatsanwaltschaft in München ermittelt seit 2011 gegen Ecclestone. Ob und wenn ja, wann es zu einer Anklage kommt, ist nach wie vor offen. Ecclestones ehemaliger Geschäftspartner Gribkowsky war im Juni zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er das Geld angenommen und nicht versteuert hatte.

Headhunter sucht schon Nachfolger

Dass CVC bereits einen Headhunter engagierte, um Nachfolge-Kandidaten zu suchen, "wenn ich sterben würde oder sonst was", beunruhigt Ecclestone nicht besonders. Das sei ein normaler Vorgang.

Was passieren würde, wenn Ecclestone als Formel-1-Zampano abtreten würde oder müsste, ist nach wie vor eine der großen ungeklärten Fragen. Der Boss hat mit seinem nicht unumstrittenen Führungsstil aus der Königsklasse ein weltumspannendes Unternehmen gemacht. Die Formel 1 ist ein Milliardengeschäft. Ecclestone, Sohn einer Arbeiterfamilie aus dem südenglischen Bexleyheath, ist längst ein Global-Player. Politiker, Prominente und Wirtschaftsbosse halten dem Briten gern mal Hof. Auch das könnte womöglich ein Ende haben.



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