„Momente, an die man sich erinnern wird“

Aachen/Hagen..  So etwas hat es noch nicht gegeben: 30 000 Zuschauer werden zum Rückrundenstart der Fußball-Regionalliga zwischen dem Tabellenführer Alemannia Aachen und Verfolger Rot-Weiss Essen erwartet. Das Tivoli-Stadion ist ausverkauft. Mittendrin: Viktor Maier (25). Der Stürmer aus Paderborn machte in den vergangenen Jahren beim SV Lippstadt auf sich aufmerksam, wechselte im Sommer zum Bundesligisten SC Paderborn und beendete das Abenteuer vorerst im Januar. Er heuerte in Aachen an und soll die Alemannia nun zum Aufstieg schießen. Start: am Samstag.


1 Das Stadion ist ausverkauft, die „Regionalligazuschauerrekordbrecher“-T-Shirts für den Fanshop gedruckt - ist das Spiel gegen Essen allgegenwärtig in der Stadt?
Viktor Maier: Man merkt, dass die ganze Stadt unter Spannung steht. Das ist ein Riesen-Event für die Stadt, für den Verein und natürlich auch für uns als Mannschaft. Alle haben Bock, alle wollen dabei sein.


2 In das Bundesliga-Stadion Ihres Ex-Vereins Paderborn passen 15 000 Menschen. Nun wechseln Sie in die Regionalliga und spielen vor 30 000. Ist das nicht merkwürdig?
(lacht) Ja, das ist der Wahnsinn. Von den nackten Zahlen her ist das kein normales Regionalliga-Spiel. Es ist das Duell zweier traditionsreicher Vereine. Auch für mich ist es - wenn ich spiele - das erste Mal, dass ich vor so vielen Menschen auflaufe. Das sind die Momente, an die man sich später sicher mal erinnern wird. Und ich hoffe, dass man sich auch im Guten daran erinnert.

3 Sind Sie traurig, dass es in der Bundesliga nicht geklappt hat?
Das habe ich schon abgehakt. Es war eine Wahnsinns-Erfahrung. In der wohl besten Liga der Welt mal im Kader zu stehen, war eine Verlockung bei meinem Wechsel. Aber es hat nicht sollen sein, anscheinend hat ein bisschen was gefehlt. Es war aber auch so ein unglaublich lehrreiches halbes Jahr durch das tägliche Training auf diesem Niveau.


4 Hatten Sie Zweifel, ob Aachen die richtige Entscheidung ist?
Nein. Irgendwann muss man ja sehen, dass man den nächsten Schritt macht. Ich bin keine 19 mehr und will in den Jahren, die mir noch bleiben, so viel wie möglich. Alemannia ist ein großer Verein, bei dem etwas entsteht. Da möchte ich dabei sein.