Mönchengladbach ist noch auf der Suche

Mönchengladbach..  Lucien Favre kommt als Letzter vom Trainingsplatz, natürlich. Favre und Fußball, das ist ein Paar wie Blitz und Donner. Fünf Wochen Urlaub waren genug, der Coach ist kräftig gebräunt und sichtlich aufgeräumt. Die Farbe hat sich der Trainer des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach in Griechenland geholt. Dann war er noch vier Tage in Frankreich, den Rest der Zeit hat er daheim in seinem Heimatdorf in der französischen Schweiz verbracht. Entsprechend gelassen wich der Coach beim Trainingsauftakt vor 500 Fans allen Fragen nach der kommenden Saison aus: „Wir werden sehen“, sagte Favre (Bild) nur – aber das so verschmitzt wie eh und je.

Nun wäre es natürlich grob fahrlässig vom Trainer oder von Sportdirektor Max Eberl, ohne konkreten Plan in die neue Spielzeit zu gehen. Eberl hat, im Gegensatz zu Favre, seinen Urlaub noch vor sich, bislang hat der Sportdirektor am Schreibtisch gesessen und am neuen Kader gebastelt. Der Hannoveraner Lars Stindl und der Leverkusener Josip Drmic sind bis jetzt die großen Teile im Puzzle, sie sollen in der Offensive die Lücken schließen, die Christoph Kramer und Max Kruse mit ihren Wechseln nach Leverkusen und Wolfsburg gerissen haben. Dazu hat Gladbach Keeper Tobias Sippel aus Kaiserslautern und das Verteidiger-Talent Nico Elvedi vom FC Zürich geholt.

Als nächster soll der 19-jährige dänische Innenverteidiger Andreas Christensen kommen, das Leihgeschäft mit dem FC Chelsea steht kurz vor dem Abschluss. Ein größeres Kaliber wäre wohl Chancel Mbemba vom RSC Anderlecht. Die Belgier rufen für den 20 Jahre alten Innenverteidiger allerdings „viel Geld“ auf, wie Eberl sagt, die Rede ist von acht Millionen Euro und mehr. Aber noch bleiben zehn Wochen Transferzeit, und Geld ist genug in der Kasse: „Wir sind schon weit, aber noch nicht fertig“, sagt Max Eberl. Was bei Lucien Favre so klingt: „Wir werden sehen.“

„Einstelligkeit leben“

Natürlich ist beiden Machern bewusst, dass die kommende Saison so interessant wird wie seit Jahren keine, aber wohl auch schwierig wie seit Jahren keine. Über allem thront die Teilnahme an der Champions League. Eberl spricht von großen Momenten, die Schwung für die Saison geben können, bleibt aber insgesamt vorsichtig: „Die Einstelligkeit leben“, nennt er als Saisonziel. Favres Ergänzung: „Wir werden sehen.“