Mit Tatendrang ins Finale um den EHF-Pokal

Berlin..  Drei Wochen Spielpause, ein kurzes Trainingslager und als Ablenkung ein Drachenbootrennen: Ausgeruht und voller Tatendrang startet der HSV Hamburg in sein erstes Final Four um den EHF-Pokal. „Das ist auf jeden Fall Lust“, sagte Trainer Jens Häusler am Freitag am Rande des Auftakttrainings in der Berliner Max-Schmeling-Halle. Der Bundesliga-Achte bestreitet an diesem Samstag (14.30 Uhr/Sky) sein Halbfinale gegen Skjern HB und kann mit einem Sieg gegen die Dänen den Grundstein für ein deutsches Endspiel am Sonntag legen. Denn im zweiten Halbfinale trifft Gastgeber Füchse Berlin auf Gorenje Velenje aus Slowenien.

Als am vergangenen Wochenende die SG Flensburg-Handewitt in Hamburg den DHB-Pokal gewann, hatte sich die Mannschaft um Pascal Hens (Bild) aus dem Staub gemacht. Der ehemalige Nationalspieler und seine Kollegen hatten im Hotel Ölmühle in Wittenberge ein kurzes Trainingscamp bezogen. Dort wurde viel besprochen, dosiert trainiert und als Teambuilding ein Drachenbootrennen bestritten. „Ich war nicht im Siegerboot“, berichtete Hens. Doch den Siegeswillen hat er nicht verloren: „In einem Final Four zu stehen, ist immer etwas besonderes. Das ist ein geiles Event. Und da wollen wir am Ende ganz oben stehen.“

Dass die Hamburger überhaupt so weit gekommen sind, hatten ihnen zu Saisonbeginn die wenigsten zugetraut. Denn nach dem Lizenzhickhack bekam der Club die Zulassung für die Bundesliga erst im Nachgang und kam als 19. Mannschaft in die Liga. Trainer Christian Gaudin war neu, wurde aber auch schon im Dezember wieder entlassen. „Wir haben sehr viele Querelen gehabt“, gab Häusler zu. Er hatte den Franzosen Gaudin beerbt und wird in der kommenden Saison von Michael Biegler abgelöst.

Durchwachsene Bilanz

Pascal Hens bezeichnete die Bilanz als „durchwachsen. Da sind wir nicht zufrieden mit.“ Doch Häusler will keineswegs einen möglichen EHF-Pokalsieg als Rettung einer mäßigen Spielzeit verstanden wissen. „Wir haben eine große Möglichkeit, noch etwas Großes zu erreichen für den Verein“, erklärte er stattdessen, „das ist ganz etwas anderes, als wenn man irgendetwas retten will. Wir brauchen nichts zu retten.“