Mit Bodenständigkeit in die Biathlon-Weltspitze

Nove Mesto..  Fast hätte Laura Dahlmeier den ersten Sieg ihrer Karriere verpasst. Denn die 21-Jährige wäre beinahe gar nicht zum Biathlon-Weltcup nach Nove Mesto gereist. Stattdessen stand angesichts ihrer noch immer nicht zu 100 Prozent überstandenen Fußverletzung alternativ Grundlagentraining zur Disposition. „Ich war mir gar nicht sicher, ob es überhaupt Sinn macht, hier zu starten oder ob es noch mal besser ist, die Zeit zum Training zu nutzen“, sagte die 21-Jährige dem Nachrichtenradio „MDR Info“.

Intuitiv trafen sie und die Trainer die richtige Entscheidung – am Ende stand mit dem Premierensieg im Sprint eine Sekunde vor Franziska Hildebrand und Rang drei in der Verfolgung ihr bisher bestes Weltcup-Wochenende zu Buche. „Ich habe mich gar nicht speziell vorbereitet. Die Taktik ist aufgegangen“, erzählte die passionierte Bergsportlerin locker und gelöst. Groß gefeiert wurde mit Blick auf den letzen Weltcup vor der WM in Oslo aber nicht: „Ich glaube, erst wenn man wieder daheim ist und ein bisschen Abstand hat, kann man das so wirklich genießen und mit Freunden und Familie richtig feiern.“

Laura Dahlmeier hat eine besondere Beziehung zum WM-Ort von 2013. „Irgendwie ist Nove Mesto ein gutes Pflaster für mich. 2011 war hier meine erste Junioren-WM, und da haben wie Bronze gewonnen. Dann die WM mit dem ersten internationalen Rennen bei den Großen. Jetzt habe ich einen Weltcup gewonnen und noch Dritte – das ist wirklich brutal, wie schnell das jetzt gegangen ist.“

Vor zwei Jahren wurde sie über Nacht bekannt, als die Ersatzfrau zur Staffelläuferin wurde. Die damals 19-Jährige zeigte in Nove Mesto bei ihrer Feuertaufe keinerlei Nerven, blieb fehlerfrei und brachte Deutschland in Front. Am Ende reichte es zwar nur zu Rang fünf, aber eine Hoffnungsträgerin war geboren. Jetzt steht sie exemplarisch für die tolle Entwicklung des jüngsten Damen-Teams der Geschichte. Medaillen bei der WM ab 5. März in Kontiolahti sind für Dahlmeier und Co anders als vor der Saison prophezeit keine Unmöglichkeit mehr.

Das Credo von Laura Dahlmeier, einer 1,9-Abiturientin, sind Bodenständigkeit und Bescheidenheit. Ihren Masterplan für die Karriere – Step by Step an sich arbeiten und nicht überziehen – setzt sie konsequent um. Mit Erfolg.

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