Meister Ingolstadt und ein Loch im Eis stoppen die DEG

Düsseldorf.. Eishockey ist ein Geduldsspiel, vor allem in den Meisterschafts-Playoffs. Aber bei der Düsseldorfer EG mussten die 12 373 Fans im zweiten Halbfinal-Spiel gegen Meister und Titelverteidiger ERC Ingolstadt einen ganz langen Atem haben. Knapp 85 Minuten lang war die Partie wegen eines Schadens an der Eisfläche unterbrochen. Als die Zwangspause begann, lag die DEG schon 2:4 hinten, besser wurde es nicht, am Ende gab’s ein 2:5 (0:0, 2:4, 0:1). Nach zwei von maximal sieben Spielen steht die Serie 1:1.

Für Düsseldorf ist das besonders ärgerlich, weil das Team von Trainer Christof Kreutzer am Freitag im ersten Halbfinal-Spiel in Ingolstadt einen 2:1-Sieg vorgelegt hatte. Und: Düsseldorf führte nach torlosem ersten Drittel auch am Sonntag daheim schon 2:0, nachdem Alexander Preibisch (25.) und Rückkehrer Thomas Dolak (28.) getroffen hatten.

Zu euphorisch nach dem 2:0

Dann aber brachen alle Dämme. „Wir waren zu sehr auf das 3:0 aus und sind in Konter gelaufen. Drei Gegentore waren völlig unnötig“, ärgerte sich Verteidiger Jakub Ficenec. Auch Trainer Christof Kreutzer pflichtete bei: „Vielleicht waren wir nach dem 2:0 zu euphorisch und haben zu viel auf einmal gewollt. Ingolstadt hat uns eiskalt ausgekontert.“

Stimmte: Nur 26 Sekunden nach dem 2:0 brachte Thomas Greilinger die Gäste heran, Petr Taticek schoss zur Mitte des zweiten Drittels den Ausgleich. Nun drehte der ERC weiter auf, Torjäger John Laliberte (34.) schoss die Bayern in Führung, Jeffrey Szwez versetzte der DEG Sekunden vor der Pause den nächsten Nackenschlag.

Danach war Geduld gefragt. Eishockey zieht wieder in Düsseldorf, die DEG hatte für das Spiel kurzfristig noch einen Sponsor gewinnen können und ein Logo auftragen lassen. Darüber aber war das Eis zu dünn. Die Löcher mussten gefüllt werden, es dauerte geschlagene 85 Minuten, bis das Eis dick genug war und es weiter gehen konnte – bei einer Unterbrechung von 90 Minuten hätte die Partie übrigens abgebrochen werden können. „Ich bin froh, dass es dazu nicht gekommen ist“, atmete Trainer Christof Kreutzer auf, „wir alle wollten eine sportliche Entscheidung, auch wenn es mit einer Niederlage geendet ist.“

Als es endlich wieder weiter ging, ließ Ingolstadt kaum noch Chancen zu und hielt die Gastgeber geschickt vom Tor weg. Kurz vor Schluss leistete sich die DEG eine doppelte Unterzahl und kassierte das 2:5 durch Brandon Buck. „Wie wir nach dem 0:2 zurück gekommen sind, macht mich stolz“, sagte Ingolstadts Coach Larry Huras.

„Kleinigkeiten entscheiden“

Abgeschrieben ist die DEG damit noch lange nicht, vier Siege sind nötig, um ins Finale zu kommen. „Es werden Kleinigkeiten entscheiden“, glaubt Huras. Die Serie geht weiter mit dem dritten Spiel am Dienstag in Ingolstadt. Donnerstag folgt ein viertes Spiel in Düsseldorf, am Ostersamstag wird erneut in Ingolstadt gespielt. Wie gesagt: Playoffs sind Geduldsache.