Mehr Freude

Dass sich die Basketballer von Bayern München und Bamberg nicht grün sind, liegt in der Natur der Sache. Bamberg war Serienmeister, dann kam der neue Rivale mit dem Fußball-Imperium im Rücken daher und stellte im nationalen Korbwurfbetrieb die Verhältnisse auf den Kopf.

Bayern ist amtierenden Meister und derzeit versuchen es im Finale, diesen Titel zu verteidigen. Gegen Bamberg versteht sich.

Am Mittwochabend erzwangen die Münchner eine alles entscheidende Partie. Das war die wichtige Nachricht. Aber die Geschichte hinter der Nachricht ist auch ganz hübsch.

Denn ein Mann namens Dennis Schröder hätte gern zusehen wollen. Schröder ist ein Basketball-Star, weil er es neben Dirk Nowitzki in die US-Profiliga NBA, die beste Liga der Welt geschafft hat. Er hatte sich dem Vernehmen nach recht kurzfristig fünf Plätze in der ersten Reihe gewünscht. „Wir waren aber ausverkauft, haben ganz anderen Prominenten absagen müssen“, erklärte Bayern-Geschäftsführer Marko Pesic.

Nun, was sollen wir sagen? Natürlich klingt es forsch, wenn einer herkommt und gern fünf Plätze in der ersten Reihe hätte. Andererseits: Für Dirk Nowitzki hätten sie - Achtung: dramatisierte Darstellung - vermutlich die halbe Halle räumen lassen.

Woher kommt also das scheinbar belastete Verhältnis zwischen den Münchnern und Deutschlands Super-Export der Atlanta Hawks?

Nun, restlos aufklären lässt sich das nicht. Aber es darf als sicher gelten, dass die Bayern nicht vergessen haben, wem Dennis Schröder schon in den Spielen zuvor die Daumen drückte. Denn: In Bamberg spielt Schröders Kumpel Daniel Theis. Am Sonntag ist das Finale. In Bamberg. Mit Schröder.

Er dürfte sich im Falle eines Falles noch ein bisschen mehr freuen.