Medaillen verdecken die Probleme

Drei Medaillen hatte der Deutsche Ski-Verband als Ziel für das alpine Team ausgegeben. Drei Plaketten sind es am Ende der zwei WM-Wochen geworden: Silber durch Viktoria Rebensburg im Riesenslalom, Silber und Bronze für die Slalomfahrer Fritz Dopfer und Felix Neureuther. Der Glanz der drei Medaillen kann allerdings nicht die Probleme verdecken.

Bei den Frauen spielt Viktoria Rebensburg die Rolle der Alleinunterhalterin. Ihre Erfolge und vor allem die vielen Triumphe der zurückgetretenen Maria Höfl-Riesch haben lange die damals schon sichtbar gewordene Schwäche kaschiert. Rebensburg ist mit ihren 25 Jahren jung genug, um noch über Olympia 2018 hinaus in der Weltspitze ganz vorne mitzufahren. Aber sollte sie mal ausfallen, gingen die langen Wintersport-Wochenenden im alpinen Frauenbereich ohne deutsche Beteiligung über die Bühne. Keine guten Voraussetzungen, um bei der Vermarktung punkten zu können.

Viel besser sieht es dagegen bei den Männern aus. Felix Neureuther hat zwar „nur“ Bronze gewonnen, aber mit seiner Ausstrahlung hat er sich zu einem der wenigen Sportstars in Deutschland außerhalb des Fußballs entwickelt. Außer dem zuverlässigen Fritz Dopfer können auch die jungen Stefan Luitz und Linus Strasser demnächst nach Medaillen greifen. Der interne Konkurrenzkampf hat das Team stark gemacht. Davon sind die Frauen noch weit entfernt.