Manuel Neuer muss Weltfußballer werden

Was wir bereits wissen
Wenn der Beste in der Torhütergeschichte nicht für das Jahr geehrt wird, in dem er Weltmeister wurde: Was macht es dann noch für einen Sinn, dass Torhüter zu den Fußballern gezählt werden?

Mittlerweile findet sich kaum noch jemand im Fußballgewerbe, der nicht irgendwann einmal die historische Messlatte angelegt hätte. Handelt es sich bei Manuel Neuer um den besten Torhüter, den die Geschichte hervorgebracht hat? Antwort, unisono: Ja, weil es einen wie den Bayern mit den Schalker Wurzeln nie zuvor gab. Er verfügt über die Qualität bei der Spieleröffnung, die ein Edwin van der Sar besaß, und kombiniert diese mit der physischen Präsenz eines Oliver Kahn. Also: Er ist der Beste.

Bei der Wahl zum Weltfußballer des Jahres 2014 wird das kaum reichen. Die Konkurrenten sind Lionel Messi und Cristiano Ronaldo. Offensivkräfte, Männer, die Tore schießen, nicht verhindern. Dass von Messi vor allem in Erinnerung ist, dass er mit Argentinien im WM-Finale gegen die Neuer-Deutschen verloren hat, vielleicht egal. Dass Ronaldo nicht nur mit Portugal bei der WM unterging, sondern auch im mit Real Madrid gewonnenen Champions-League-Finale keine tragende Rolle hatte, wahrscheinlich egal.

Sollte Neuer, der Weltmeister und Beste, allerdings nicht zum Weltfußballer gekürt werden, müssten alle Sports-Freunde massiv umdenken. Torhüter würden dann nämlich ab Montag ganz offiziell nicht mehr zu den Fußballern gezählt.