„Man kann nicht in Köpfe schauen“

Frankfurt..  Lutz Michael Fröhlich war Vertrauensmann der deutschen Spitzenschiedsrichter, als ihm 2004 seine Kollegen Felix Zwayer und Manuel Gräfe berichteten, dass Robert Hoyzer Spiele manipuliere. Im Interview spricht der heutige DFB-Abteilungsleiter über Konsequenzen des Skandals.

Wie hat der Fall Hoyzer das Schiedsrichter-Wesen verändert?

Natürlich war das zunächst ein Schock: Ein Schiedsrichter in Deutschland war an Spielmanipulationen beteiligt! Andererseits hat die Tatsache, dass die Impulse zur Aufklärung aus dem Kreis der Unparteiischen kamen, doch auch wieder das Vertrauen in das Schiedsrichtersystem gefestigt.

Wären Manipulationen wie damals heute noch möglich?

Es gibt inzwischen verschiedene Kontrollsysteme über Entwicklungen bei den Quoten auf dem Wettmarkt. Zudem unterliegen die Spiele und Entscheidungen durch die umfassende mediale Präsenz heute auch einer viel größeren öffentlichen Kontrolle. Aber bei allen Schutzmechanismen und Kontrollsystemen, die gut funktionieren: Man kann nicht in die Köpfe der Menschen schauen.

Würden Sie für ihre Bundesliga-Schiris die Hand ins Feuer legen?

Es ist wichtig, dass wir den Schiedsrichtern vertrauen. Und wir wissen, dass es neben den vielen richtigen Entscheidungen auch wenige Entscheidungen gibt, die nicht richtig sind. Diese werden aufgearbeitet, mit dem Ziel, dass das dann künftig besser läuft.