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Zwei Wittenerinnen für Vancouver

09.02.2010 | 15:22 Uhr

Witten. Er wird es wieder tun, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC): Präsident Jacques Rogge wird am kommenden Freitag, 12. Februar, feierlich verkünden, dass sich „die Jugend der Welt“ für gut zwei Wochen treffe, um sich im sportlichen Wettstreit zu messen.

Bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele im kanadischen Vancouver haben diese Worte dann auch für zwei junge Wittenerinnen eine ganz besondere Bedeutung, denn Sina Caspers und Lena Dünkelmann sind dabei, wenn es in 13 verschiedenen Sportarten darum geht, die Besten der Besten zu ermitteln.

Die beiden 19-Jährigen werden dabei sein in Vancouver, werden quasi ein Teil der 21. Olympischen Winterspiele. Allerdings müssen sie sich dabei nicht im Eishockey, Curling, Skispringen oder Biathlon beweisen, sondern werden in einem internationalen Jugendcamp das olympische Flair einatmen. „Natürlich freue ich mich schon riesig auf Kanada“, berichtet Sina Caspers, die beim Kreissportbund Ennepe-Ruhr seit vergangenem August ein „Freiwilliges Soziales Jahr“ (FSJ) ableistet. „Der Landessportbund von NRW hatte zehn Plätze in diesem Jugendcamp von Vancouver ausgeschrieben - und darauf haben wir uns beworben“, erklärt Caspers. In ihrem Verein, bei der Leichtathletik-Abteilung der DJK Blau-Weiß Annen, betreut die Wittenerin u. a. eine Gruppe von Nachwuchstalenten. Auch dies ließ sie neben eigenen sportlichen Erfolgen in ihre Bewerbung, die sie im November verfasste, einfließen. „Drei Wochen später habe ich dann Bescheid bekommen“, sagt Caspers. Ebenso wie Lena Dünkelmann vom PV-Triathlon Witten wird sie am 11. Februar in den Flieger steigen und über den großen Teich jetten - Destination Vancouver, Kanada. „Für uns beide ist es das erste Mal dort“, sagt Sina Caspers mit großer Vorfreude.

Wie es ist, bei Olympischen Spielen dabei zu sein, die Atmosphäre des bedeutendsten Sportereignisses der Welt mitzuerleben, davon konnte ihr 2008 schon ihr Freund Daniel Krause - ebenfalls Leichtathlet - berichten, der bei den Sommerspielen von Peking ebenfalls als FSJ-ler vor Ort war. „Dadurch habe ich dann schnell auch den Entschluss gefasst, es zu versuchen“, sagt Caspers. Insgesamt 50 deutsche Jugendliche werden in das Camp in der Nähe des Wintersport-Zentrums im kanadischen Whistler reisen. „Vor Ort müssen wir uns dann selbst versorgen. Untergebracht sind wir in einer umgebauten Jugendherberge“, berichtet die Leichtathletin, die für die zwei Olympiawochen lediglich einen Eigenanteil von 500 Euro aufbringen muss - den Rest übernimmt der Deutsche Olympische Sportbund. Ein Vorbereitungstreffen der Camp-Teilnehmer in München hat es bereits gegeben - dort wurden alle stilgerecht eingekleidet, werden in Vancouver die gleichen Sachen tragen wie die deutschen Wintersportler. „Für die anderen war das schon normal, so ausstaffiert zu werden. Ich kenne sowas von meinem Verein nicht - da müssen wir auch die Trainingsanzüge selbst zahlen“, grinst Caspers. Als Betreuerin des Camps wird Rosi Mittermaier-Neureuther fungieren, die bei den Spielen 1976 in Innsbruck zweimal Gold und einmal Silber im Alpin-Ski gewann. Von ihrem reichen Erfahrungsschatz in Sachen Olympia sollten auch die Jugendlichen profitieren.

Was Sina Caspers und Lena Dünkelmann in Vancouver genau erwartet, klärt sich erst nach der Ankunft. „Aber wir werden wohl an jedem zweiten Tag zu Wettkämpfen gehen, sind darüber hinaus eingeladen zu verschiedenen Anlässen“, berichtet Caspers. Mit Wintersport an sich hatte sie als waschechte Ruhrpottlerin bislang recht wenig am Hut – „aber in letzter Zeit habe ich mich schon ein bisschen eingehender informiert.“ Denn schließlich will gut überlegt sein, welche Wettbewerbe man vor Ort besucht. Acht Eintrittskarten bekommt jeder Teilnehmer des Jugendcamps - und Sina Caspers wird ihrer Familie vielleicht mal aus einem Eishockeystadion oder von der Biathlonstrecke aus in die TV-Kameras winken.

Bevor Sina Caspers ihr Freiwilliges Soziales Jahr direkt nach dem Abitur begann, wusste sie im Übrigen noch nicht so recht, in welche Richtung sie ihr künftiges Berufsleben sie man lenken sollte. Inzwischen weiß sie: „Ich werde eine Ausbildung zur Erzieherin machen - je kleiner die Kinder, desto besser.“ Im Moment aber gehört die 19-Jährige selbst zur „Jugend der Welt“ - und die sehnt die Worte von IOC-Chef Jacques Rogge am 12. Februar schon jetzt herbei. Dann geht es wieder um Gold, Silber und Bronze für Athleten aus der ganzen Welt. Einige davon werden auch Sina Caspers und Lena Dünkelmann treffen - ein Erlebnis, von dem sie später noch lange berichten werden.

Oliver Schinkewitz

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