Zwei RCW-Ruderer fahren nach Rio

Während Jacob Raillon (li.) zur WM fahren darf, verpasste Benedikt Pernack die Qualifikation knapp.
Während Jacob Raillon (li.) zur WM fahren darf, verpasste Benedikt Pernack die Qualifikation knapp.
Foto: WAZ
In Hamburg gelingt Lukas Föbinger und Jacob Raillon die Qualifikation für die Junioren-Weltmeisterschaft im August in Brasilien.

Hamburg..  Der Ruder-Club Witten hat ein sonniges Wochenende hinter sich: Die Rot-Sterne brachten zahlreiche Erfolge von der Juniorenregatta in Hamburg mit nach Hause. Allen voran natürlich die beiden Tickets für die Junioren-WM in Rio de Janeiro von Jacob Raillon und Lukas Föbinger.

Für Raillon hatte es dabei erst gar nicht gut ausgesehen: In seinem Vorlauf wurde der 18-Jährige im Einer zwar Zweiter, hatte aber über fünf Längen Rückstand auf den Sieger. „Das war gar nichts. Bei dem starken Gegenwind habe ich die Blätter nicht vernünftig ins Wasser gekriegt“, so der Abiturient nach dem Rennen frustriert.

Doch der entscheidende Zwischenlauf stand noch aus – und da klappte alles. In einem hart umkämpften Rennen setzte sich Raillon durch und gewann sogar. „Das war so knapp, dass ich es gar nicht glauben wollte“, so das Talent. Erst als das Ergebnis aushing, war die Freude groß. Denn mit dem Einzug ins A-Finale qualifizierte er sich gleich auch für den achtköpfigen WM-Kader. „Der Hammer“, so der Bommeraner glücklich.

Pernack verpasst WM-Ticket knapp

Des einen Freud, des anderen Leid: Im selben Rennen ging mit Benedikt Pernack noch ein weiterer Wittener WM-Aspirant an den Start. Der Nachwuchsathlet hatte seinen Vorlauf sogar gewinnen können und musste nun gegen Vereinskamerad Raillon an den Start. Pernack wurde Fünfter, der Traum von der WM war damit geplatzt. „Das ist wirklich schade. Benedikt war eigentlich viel besser, als das Ergebnis es jetzt zeigt“, so Co-Trainerin Ruth Harzheim. Für den 18-Jährigen könnte diese Niederlage das Ende im Ruderboot sein. „Wir möchten ihn eigentlich gerne bei der Deutschen Meisterschaft wieder im Boot sehen“, so die 29-jährige Harzheim. Wenn möglich sogar mit seinem angestammten Zweier-Partner Raillon – doch die Entscheidung liegt nun bei Pernack.

Seiner Favoritenrolle wurde Lukas Föbinger gerecht. Der Dortmunder im RCW-Dress ging im Hamburg mit seinem Partner Johannes Rentz von der Hansa Dortmund an den Start. „Der Druck war nach unserem guten Rennen in Brandenburg schon hoch“, räumt der junge Ruderer ein. Doch die beiden überzeugten und qualifizierten sich als zweitbester deutscher Riemen-Zweier ebenfalls für die Junioren-WM im August. Für Föbinger geht direkt nach dem bestandenen Abitur jetzt ein großer Traum in Erfüllung. „WM-Teilnahme, das ist schon echt cool“, so der 18-Jährige glücklich. Wenig Chancen hatte an diesem Wochenende der vierte Wittener mit WM-Aussichten: Philipp Dahm verpasste im Riemen-Zweier deutlich die Kaderplätze. Doch als jüngerer Jahrgang stehen Dahm im nächsten Jahr noch einmal alle Wege offen.

Für Lukas Föbinger und Jacob Raillon heißt es nun weitertrainieren: Bei den Deutschen Meisterschaften Ende Juni in Köln müssen sie ihre WM-Plätze nochmal bestätigen, was aber Formsache sein dürfte. Anschließend geht es für fünf Wochen nach Berlin ins Trainingslager: „Ich wäre zwar auch gerne mit meinen Freunden in den Urlaub gefahren, aber ich habe auch die ganze Saison dafür gekämpft“, so Raillon. Der Schiller-Gymnasiast ist heißer Kandidat für den Posten des Schlagmanns im Deutschland-Vierer – eine Position mit Zusatzverantwortung.

Von Berlin geht es Anfang August direkt nach Brasilien, wo in Rio de Janeiro die Weltmeisterschaften stattfinden – und zwar im Lagoa Stadium, der Olympia-Bahn für 2016. „Direkt an der Copacabana - das ist natürlich auch keine gewöhnliche Reiseregion für die Athleten“, so Co-Trainerin Ruth Harzheim. Gemeinsam mit Chef-Trainer Joachim „Goofy“ Ehrig setzte sie den Grundstein für den Erfolg. Der gesamte Verein sei jetzt unglaublich stolz. „Dass wir schon mal zwei Athleten gleichzeitig zu einer WM geschickt haben, ich kann mich daran nicht erinnern“, so RCW-Ruderwart Uwe von Diecken hochzufrieden.

Auch die jüngeren RCW-Ruderer, die B-Junioren, schlugen sich in Hamburg gut: Simon Schloss meisterte den Abschlusstest vor der DM mit Bravur. Einmal Platz eins und einmal Platz zwei in seinem Einer machen Hoffnung für die Regatta in Köln. „Simon ist jetzt ein echter Medaillen-Kandidat für die Deutschen“, so Harzheim. Ebenfalls gut dabei waren die Jüngsten im RCW-Team: Annika Steinau, Lukas Tewes und Franca Pilchner fuhren allesamt gute Rennen – als jüngerer Jahrgang haben sie bei den Deutschen aber lediglich überschaubare Chancen.

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