„Wir stehen vor mehreren Problemen“

Anna Sophia Wenk (SU Annen) spielt im Sommer mit ihrem Team in der Ruhr-Lippe-Liga.
Anna Sophia Wenk (SU Annen) spielt im Sommer mit ihrem Team in der Ruhr-Lippe-Liga.
Foto: WAZ

Witten..  In der hiesigen Tenniswelt hat sich in den letzten Jahren so manches verändert. Während fallende Teilnehmerzahlen bei den Stadtmeisterschaften ein bislang ungelöstes Problem bleiben, war die Dichte an lokalen Turnieren wohl nie höher. Welche Pläne die Tennis-Fachschaft für die kommende Spielzeit hat, verriet deren Vorsitzender Jörg Kemper (50) im Gespräch mit WAZ-Mitarbeiter Marius Hoff.

Schauen wir zu Beginn kurz auf die Wintersaison. Im nächsten Jahr spielen zumindest wieder zwei Teams auf Ruhr-Lippe-Ebene.

Kemper: Sicher, die TG-Damen sind zwar abgestiegen, dafür waren die Damen und die Herren 30 der SUA jeweils Erster in der Bezirksliga. Aber die Wintersaison ist nur schwierig mit dem Sommer zu vergleichen, da es ja eigentlich nur darum geht, die Mannschaften zusammenzuhalten. Das Highlight war mit Sicherheit Gabi Schneiders Erfolg bei den Deutschen Hallenmeisterschaften, aber dass Pauline Rink im Nürnberger LK-Race auf Platz 68 gelandet ist, ist der Hammer.

Jetzt geht es schon bald wieder auf die Außenplätze. Witten schickt diesmal ein Westfalenliga-Team und fünf Verbandsligisten ins Rennen – und dann wäre ja da noch ein prallgefüllter Turnierkalender. Worauf freuen Sie sich am meisten?

Ich bin gespannt, ob sich die Herren 30 der TG und die Hohensteiner Herren 40 in der Klasse halten können. Aber persönlich freue ich mich immer besonders auf die Stockum Open und die Mixed-Stadtmeisterschaft. Was die LK-Turniere angeht, sind die Bommeraner sehr tüchtig, und am Hardenstein findet gleich am 1. Mai ein Turnier für Damen und Herren 40 statt. Das ist quasi ein „Preseason Highlight“, für das schon 27 Meldungen vorliegen.

Mittlerweile wurden die Stadtmeisterschaften in LK-Turniere umgewandelt (Spieler können dort also Punkte sammeln, um ihre Leistungsklassen zu verbessern), zudem bieten Clubs LK-Wettbewerbe besonders in der Ü 40-Klasse an. Hat sich dieses System bewährt?

Das LK-Thema hat die Szene definitiv belebt. Es fördert die Aktivität, und man trifft bei Turnieren nun viele Externe. Das macht große Freude.

Die Senioren-Stadtmeisterschaft bietet eine weitere Neuerung. Was erhoffen Sie sich davon, die Einzel- und Doppelkonkurrenzen terminlich aufzuteilen?

In der Hoffnung, mehr Meldungen zu bekommen, wollen wir schlicht mal etwas ausprobieren. Dadurch, dass wir die Zeiträume knapper halten, kommen wir Terminproblemen zuvor. Wer etwa nur Einzel spielen kann, meldet eben nur für vier Tage.

Sie sprechen sich dafür aus, die Stadtmeisterschaften offen auszuschreiben. Warum gibt es dafür bislang nur wenig Zuspruch?

Die Teilnehmerzahl im Sommer 2014 lag in Summe bei ca. 100 Teilnehmern – das ist etwas mau. In der Woche danach fand in Bochum der „Grafs-Cup“ statt, mit mehr als 150 Teilnehmer allein in den Klassen Herren 50 und älter. Ich würde die Stadtmeisterschaften gerne offen ausschreiben, aber wir haben uns erst einmal darauf geeinigt, das Ganze intern zu halten. Man sollte nicht alle Parameter gleichzeitig ändern. Wir gehen das nun Schritt für Schritt an und starten eben damit, das Turnier terminlich auseinanderzuziehen

Bei den Titelkämpfen der Jugend hat man es mit einem noch größeren Teilnehmerschwund zu tun, im Winter wurde das Turnier gar ausgesetzt. Wie kann man dieser Entwicklung entgegenwirken?

Bei so wenigen Teilnehmern standen Nutzen und Aufwand diesmal in keiner Relation, aber das soll eine einmalige Sache bleiben. Wir stehen vor mehreren Problemen, die eigentlich nur mit einer grundlegenden Umstrukturierung zu ändern sind. Die Samstagsschule kommt dazwischen, viele gute Jugendliche spielen lieber LK-Turniere oder in den Seniorenmannschaften und dann bündeln sich die Spieler der einzelnen Altersklassen.

Eine weitere Idee der Fachschaft ist eine Vereinsmeisterschaft, die im Winter stattfinden soll. Was hat es damit auf sich – und wie wollen Sie dafür das nötige Interesse wecken?

Der erste Anlauf war vielleicht etwas zu kurzfristig, vielen war das Konzept vermutlich auch nicht ganz klar. Geplant ist ein altersübergreifendes Wittener Event im Winter. Jeder Verein stellt dabei drei Mixed-Teams, gespielt wird nach dem „Hopman-Cup“-Modus. Ich habe das auf der Fachschaftssitzung noch einmal genau erklärt, jetzt werden wir uns bei der Auslosung zur Senioren-Stadtmeisterschaft darauf verständigen müssen, ob das geht oder nicht.