Willensstarker Weltmeister
02.09.2008 | 23:12 Uhr 2008-09-02T23:12:00+0200Zeitgleich mit seinem Mannschaftskollegen, die rund um den Wittener Saalbau beim City-Triathlon den Aufstieg in die erste Triathlon-Bundesliga perfekt machten, stellte sich Georg Potrebitsch einer weitaus aufwändigeren Einzelaufgabe.
Der Athlet vom PV-Triathlon, Jahrgang 1984, startete bei der Langstrecken-Weltmeisterschaft im niederländischen Almere: vier Kilometer Schwimmen, 120 km Radfahren, 30 km Laufen. Und der PV-Ausdauersportler nahm nicht nur teil, er gewann den Titel in der offenen Klasse bei den Amateuren. Hunderte von Athletinnen und Athleten gingen über alle Altersklassen an den Start. Bei den 20- bis 24-Jährigen, zu denen auch Potrebitsch gehört, waren es allein 22: ein Brasilianer, ein Brite, ein Neuseeländer, ein Litauer, je zwei Niederländer, Finnen und Slowaken, drei Deutsche sowie vier US-Amerikaner und fünf Spanier. In 6:09,21 Stunden gewann der Gladbecker den Titel in der offenen Klasse – deutlich vor seinem Landsmann Heiko Tewes (6:18,02), der die Altersklasse M35 gewann. Georg Potrebitsch, Mitglied des SV Gladbeck und Bundesligastarter des PV-Triathlon, freute sich riesig über diesen Erfolg, konnte ihn erst gar nicht glauben: „Unglaublich, aber wahr”, war seine erste Reaktion. „Was kann ich sagen. Dieses Jahr läuft's bei mir mit Höhen und Tiefen, aber prima. Ich kann überhaupt nicht meckern. Deutscher Meister der Amateure in Peine und jetzt auch noch Weltmeister in Almere.Und dann noch bei beiden Wettkämpfen im Gesamtklassement gesiegt – nicht nur meine Altersklasse gewonnen”, fasste Potrebitsch seine Gefühle zusammen. „Im Rennen hat einfach alles gepasst, kein Sturz und keine Platten.” Die Bedingungen seien hart gewesen. Auf der Radstrecke blies ein relativ starker Seewind, und das Laufen war bei fast dreißig Grad eine wahre Hitzeschlacht. „Und dabei bin ich zum ersten Mal in meinem Leben dreißig Kilometer im Rennen gelaufen”, sagt Potrebitsch. „Meine Akkus waren ab der zweiten Hälfte der Laufstrecke ziemlich leer, aber auch die anderen hatten zu beißen. Ich wusste die Zeitabstände zu den Verfolgern nicht, deswegen musste ich vom ersten Meter bis zum Zielbereich im Hafen alles geben. Und ich glaube am Ende siegte der Wille.” Im Zielbereich, flankiert von vielen sportbegeisterten Zuschauern, habe er dann für ein paar Sekunden die Schmerzen vergessen. „Das ist ein sehr schönes Gefühl, das man nicht beschreiben kann.” Der Titel in der Eliteklasse der Männer ging an den Franzosen Julien Loy in 5:43,22 Stunden.
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