„Vielleicht die falsche Sportart“

Auch Ali Abou-Saleh (2. von re.) blieb am Montag weit unter seinen Möglichkeiten.
Auch Ali Abou-Saleh (2. von re.) blieb am Montag weit unter seinen Möglichkeiten.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der TuS Heven ist dem Abstieg wieder einen großen Schritt nähergekommen. Gegen den FC Brünninghausen setzte es ein 1:6 (0:2)-Fiasko auf eigenem Platz.

Heven.. TuS Heven 09 -
FC Brünninghausen 1:6 (0:2)

TuS: Wirges; Günzel (46. Krickhahn), Cetinbag, Haarmann, Thume, Kasumi, Basalan (46. Mustic), Peci (46. Golm), Ayar, Knapp, Abou-Saleh.
Schiedsrichter: Jürgen Meller (Everswinkel)
Zuschauer: 100.
Torfolge: 0:1 Thormann (8.), 0:2 Behrend (14.), 1:2 Knapp (50.), 1:3 Enke (57.), 1:4 Gondrum (61.), 1:5 Ayaz (70.), 1:6 Gondrum (84.).

So ungehalten und gefrustet war Mark Heinrich selten, seit er seinen Trainerjob beim TuS Heven 09 im Winter angetreten hatte. Am Sonntag platzte ihm nach dem 1:6 (0:2)-Debakel gegen den FC Brünninghausen, das den Abstieg der Wittener quasi besiegelt haben dürfte, aber vollends der Kragen.

„Das war eine beschämende Leistung. Einige Spieler sollten sich vielleicht überlegen, ob sie sich nicht besser eine andere Sportart aussuchen sollten“, wetterte der 28-Jährige durchaus zu Recht, denn letztlich war das halbe Dutzend Treffer, welches die Hevener am Pfingstmontag gegen den Liga-Fünften kassierten, beinahe noch geschmeichelt.

Zehn gute Hevener Minuten

Schon nach fünf Minuten hatte FC-Stürmer Florian Gondrum zwei riesige Chancen auf dem Fuß - „da hat unsere Abwehr mit dem Fernglas und fünf Metern Leine gedeckt“, ätzte Heinrich. In der achten Minute war dann selbst der zuvor hellwache Kevin Wirges geschlagen: Nach einem Eckball köpfte Sven Thormann unbedrängt das 1:0 für die Dortmunder. Damit nicht genug, nutzte Dominik Behrend die prima Vorlage von TuS-Verteidiger Orhan Haarmann, der einmal mehr jeglichen Nachweis seiner Westfalenliga-Qualität schuldig blieb, zum 2:0 (14.). Gut für Heven, dass es Brünninghausen vorerst damit bewenden ließ, allein FCB-Hüne Gondrum verzeichnete noch einen Pfostenschuss (27.).

Mark Heinrich hatte genug gesehen in diesen ersten 45 Minuten, nutzte zur Pause sein komplettes Wechselkontingent. Und siehe da: Zunächst lief es mit Tim Krickhahn, Demir Mustic und Andreas Golm deutlich besser. Golms ersten Schussversuch schnappte sich der FCB-Keeper (47.), dann scheiterte Maik Knapp per Lupfer (49.). Eine Minute später aber war Knapp dann doch erfolgreich, vollstreckte nach feinem Solo durch die Mitte - 1:2 (50.). Selbst der Ausgleich war drin, als Ali Abou-Saleh frei vor dem Gäste-Keeper auftauchte - doch der Hevener Offensivmann scheiterte bei seinem Versuch eher kläglich (52.).

Gelaufen war die Partie dann spätestens nach dem 3:1, welches Alexander Enke per Kopf nach einem Eckball erzielte (57.). Von diesem Genickschlag erholte sich Heven nicht mehr, ließ sich jetzt sogar richtig abkanzeln. Florian Gondrum (61., 84.) und Mehmet Ayaz (70.) sorgten für den 6:1-Endstand. „Die Einstellung einiger Spieler ist eine Katastrophe. Mit Fußball hat das nichts mehr zu tun“, war TuS-Coach Heinrich fix und fertig.