Tumulte nach dem Abpfiff
15.11.2009 | 14:24 Uhr 2009-11-15T14:24:00+0100
Hektik ist Trumpf beim 32:31-Erfolg des TuS Bommern über den OSC Dortmund-Hörde. Fabian Jung scheidet frühzeitig verletzt aus
TuS Bommern - OSC DO-Hörde 32:31 (17:16)
TuS: Kilfitt, Otto; Funke (5), Matalla (2), Lieber (10/6), Schneider (2), Born (2/1), Konkel, Jung (5), Vuk, Groß, Meuren (6).
Zuschauer: 350.
Bommern. Ihre Freude über den verdienten 32:31 (17:16)-Erfolg über den OSC Dortmund-Hörde konnten die Verbandsliga-Handballer des TuS Bommern erst gar nicht richtig ausleben. Gleich nach Spielschluss gab's tumultartige Szenen auf dem Platz, die gesamte Besatzung der OSC-Bank war wie wild aufs Feld gestürmt - das hatte eher Wildwest-Charakter als einem packenden Handball-Spiel zur Ehre zu gereichen.
Natürlich waren der enge Spielverlauf und das überaus brisante Ende der Partie hauptverantwortlich für die Szenen nach dem Abpfiff. Wozu es gar nicht hätte kommen müssen, denn zwischenzeitlich lag der TuS Bommern schon mit fünf Treffern vorn (25:20/45.), doch in der Schlussphase verloren die Schützlinge von Trainer Claudio Simone den roten Faden und die Ruhe im Spielaufbau, machten Dortmund damit stark. In der letzten Minute dann glichen die Gäste durch einen Strafwurf von Philipp Schürmann zum 31:31 aus.
Mit letzter Kraft aber tankte sich vier Sekunden vor Schluss TuS-Rückraumschütze Moritz Meuren durch die Dortmunder Deckung, traf unter dem Jubel der Fans zum 32:31. Die finalen Aktionen der Hörder führten nicht mehr zum Erfolg - ein letzter Freiwurf von der Mittellinie aus blieb in der Mauer stecken.
Während des Großteils der 60 Minuten hatten die Bommeraner spielerisch durchaus zu überzeugen gewusst, waren insgesamt das bessere Team. Nur ein einziges Mal im gesamten Verlauf dieses Duells lagen die Gäste vorn - und das beim Stande von 6:5 (10.). Die Hausherren aber rissen das Ruder schnell wieder herum, hatten vor allem in Fabian Jung und Daniel Lieber ihre entscheidenden Akteure. Nach 23 Minuten lagen die Bommeraner schon mit 14:10 in Front. Doch es war wohl einmal mehr der Unerfahrenheit dieser neu zusammengestellten Mannschaft zuzuschreiben, dass es bis zum Seitenwechsel (17:16) wieder richtig eng wurde. „Da haben wir einfach wieder zu schnell drei, vier Gegentore kassiert”, monierte Claudio Simone später. Vor allem in der Deckungsmitte hatte er Probleme bei seiner Mannschaft ausgemacht - dort fehlte allerdings auch der verletzte Christian Wojtek. „Positiv war aber, dass die Jungs wie schon in Schalksmühle die richtige Einstellung gezeigt haben - und am Ende hatten wir jetzt auch mal das nötige Glück”, so der 38-Jährige weiter.
Dass trotz des Sieges „vieles wieder Stückwerk” blieb, ließ der TuS-Coach nicht unerwähnt - gleichwohl waren die couragierten Aktionen von Youngster Moritz Meuren ebenso Schlüssel zum Erfolg wie die starke Partie von Kreisläufer Kai Funke oder die exzellenten Paraden von Torhüter Matthias Kilfitt.
So blieben die Bommeraner am Drücker, setzten sich in der zweiten Halbzeit nach und nach ab - bis zum 25:20. Und das, obwohl ausgerechnet Fabian Jung ab der 37. Minute passen musste. Unglücklich hatte er den Finger eines OSC-Akteurs ins Auge bekommen - dabei schob sich seine Kontaktlinse bis weit unters Oberlid. Die letzten 23 Minuten sah er nur von der Bank aus.
Und die hatten es in sich: Oliver Born traf erst per tollem Heber zum 31:29, holte sich dann eine Rote Karte wegen einer „Notbremse” gegen Benjamin Strauß ab. Auch Matthias Konkel sah noch Rot - in der Schluss-Szene. Am Sieg aber änderte das nichts mehr.
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