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Tückische Stromschnellen Petzold hofft noch auf Peking-Ticket

08.02.2008 | 17:25 Uhr

Bundesliga-Asse des Triathlon-TEAM Witten absolvieren in Südafrika vierwöchige Vorbereitung auf olympische Saison. Wildwasser-Rafting und schier endlose Rad- und Laufkilometer

TRIATHLON TRAININGSLAGER IN SÜDAFRIKAPotchefstroom (SAF). In leichter Anlehnung ans Motto der Handball-Nationalmannschaft hieß es am 16. Januar für einen Teil der Triathlon-Nationalmannschaft: "Wenn nicht wir - wer dann" - also auf nach Südafrika, zum vierwöchigen Trainingslager als Vorbereitung auf die Olympia-Saison. Mit dabei waren auch einige Bundesliga-Asse des Triathlon-TEAM Witten.

Die vorolympische heiße Trainingsphase wird für viele noch früh genug zu einem Wettstreit um den dritten und letzten offenen DTU-Startplatz bei den Olympischen Spielen am 18./19. August in Peking entfacht.

Der Deutsche Mannschafts-Meister, das "asics Team" Witten, vertreten durch Kathrin Müller, Sebastian Rank, Matthias Zöll nd Christian Prochnow, reiste zum Teil erstmals nach Südafrika. Gut zwei Stunden südwestlich von Johannesburg stoppte der Mercedes-Reisebus Baujahr 1976, ließ die Triathleten im Regen an ihrer Unterkunft, dem "Lemmon Blossom Guesthouse", Platz nehmen.

Eine angenehme Bleibe, in der zunehmend europäische Profiathleten aller Sportarten, vorwiegend Leichtathleten, ihr Winterdomizil gefunden haben.

So wurde der Regen in der ersten Woche erträglich und lediglich ein frischer Begleiter bei Lauf- und Radtraining. Wobei sich die Hoffnung nach Aufheiterung mehrfach erfüllte: Mit einem Reisebus voller polnischer Leichtathletinnen sowie echter afrikanischer Sonnenstrahlen, die die Kilometer lockerer fließen ließen. Gerade Matthias Zöll verspricht sich einiges vom Klimalehrgang und dem Profi-Umfeld. Während Müller und Prochnow noch ein wenig an den üblichen Dingen rumkurierten, legte Youngster Sebastian so manchen Kilometer mit den "Großen" zurück.

Nach einer tiefgründigen Einweisung über jegliche Verhaltensregeln bei Sichtkontakt mit Krokodilen, unfreiwilligem Verlassen des Bootes oder dem Meistern sonstiger Gefahrensituationen in der sogenannten "Cocktailhaltung", ging es in Zweierteams zur Ablenkung in die Boote und ab in die Fluten - Rafting war angesagt, und das gewiss auf keinem geschmeidigen Rinnsal.

Mit Bravour paddelten Rank und Zöll geschmeidig durch die teils heftigen Stromschnellen und bewiesen auch auf fremdem Terrain ihr sportliches Talent. Auch Kathrin Müller und Mannschaftsarzt Dr. Lothar Schwarz bildeten schnell ein funktionierendes Team, lernten allerdings nach unfreiwilliger Kollision mit Physiotherapeut Dirk Mund die Tücken der Stromschnellen kennen und kämpften auch unter Wasser mit den Urgewalten eines südafrikanischen Flusses. Auf der Rückfahrt gegen Mittag fiel es den meisten leicht, der Schwere der Augenlider nachzugeben und in den gewohnten Mittagschlaf zu fallen.

Mit schweren Armen und leichten Blessuren ging es ab Samstag in eine dreitägige "Phase der verminderten Belastung", bevor am Montag die finale Woche eingeläutet wird und wohl jeder für sich noch mal seine eigenen Grenzen finden kann.

Neben Weltmeister Daniel Unger (Mengen) hat auch Jan Frodeno (Trier) seinen Startplatz bei den Olympischen Spielen im August in Peking sicher. Bundestrainer Wolfgang Thiel und Sportdirektor Rolf Ebeling müssen noch zwei weitere Plätze besetzen - auch der Wittener Bundesliga-Starter Maik Petzold macht sich noch große Hoffnungen.

Von Christian Prochnow und Kathrin Müller

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