„Ticket-Shop“ für Olympia 2012
05.08.2011 | 16:41 Uhr 2011-08-05T16:41:00+0200
Witten.Für die einen ist es das Rennen der Saison, für die anderen ein weiterer Schritt auf dem Weg zurück zu alter Stärke. Vier Triathleten und zwei Triathletinnen aus dem Bundesliga-Kader des Stadtwerke-Teams Witten werden an diesem Wochenende beim Weltmeisterschaftsrennen in London dabei sein. Während es für die Sebastian Rank und Christian Prochnow ebenso wie für Kathrin Müller um die Olympia-Qualifikation für 2012 an gleicher Stelle geht, kämpfen sich zwei Australier nach Verletzungen wieder an die internationale Elite heran.
Die Wittener Asse Rank und Prochnow haben sich ein gutes Dreiviertel-Jahr auf den Sonntag vorbereitet. Die Deutsche Triathlon-Union (DTU) will in London zwei Startplätze für Olympia 2012 vergeben. „Kriterium ist, zu den besten beiden Deutschen zu gehören und zudem unter die ersten Zwölf zu kommen“, erklärt Rank. „Das wird ein enges Rennen“, prophezeit sein Stadtwerke-Teamkollege und nationaler Konkurrent „Paule“ Prochnow.
Ganz andere „Sorgen“ haben die zwei „Aussies“ aus dem Stadtwerke-Team. James Seear hatte sich in der Saisonvorbereitung das Schlüsselbein gebrochen und Dan Wilson plagten hartnäckige Knieprobleme. Entsprechend sehen die bisherigen Saisonstatistiken von beiden eher mau aus.
Eine Qualifikations-Chance für Olympia haben auch Rank und Prochnow noch 2012, da ein deutscher Startplatz erst im Frühjahr vergeben wird - doch schläft es sich mit einer vorzeitigen Qualifikation nicht nur ruhiger, auch die spezifische Vorbereitung auf Olympia kann dann effizienter verlaufen. Positiv gestimmt sind beide, wenngleich die Konkurrenz mit Jan Frodeno, Maik Petzold, Steffen Justus, Jonathan Zipf und Gregor Buchholz immens ist.
„Ich will behaupten, dass ich rein trainingsmethodisch außer Sydney alle Rennen 2011 im Aufbau auf London ‚nur’ mitgenommen habe“, sagt Prochnow. „Daher blieb ein Erfolgserlebnis, welches ich mir in Hamburg gewünscht hätte, leider aus.“
Bei Rank wiederum lief in den letzten Wochen alles wie es geplant. „Der Kopf ist entspannt, der Körper war zu Wochenbeginn etwas müde, hat sich durch die letzten Erholungstage aber regeneriert, und ich gehe davon aus, dass wir endlich mal wieder ohne Neoprenanzug schwimmen werden.“ Platz vier im Hamburger WM-Rennen gab ihm allemal Selbstvertrauen.
Dass sich in London wohl das bislang stärkste Teilnehmerfeld der WM-Serie versammelt, könnte für Kathrin Müller (Stadtwerke Team Witten) zu einem Problem werden. Etwas entspannter kann ihre Teamkollegin Lisa Norden den Londoner Start angehen. Während die DTU zwei Startplätze für Olympia in London vergeben will, hat die Schwedin keinen großen Druck.
Als Silber- und Bronzemedaillengewinnerin der letzten WM-Serien darf Norden ihre jüngsten Unterschenkelprobleme auskurieren und nun in London einen neuen Anlauf starten. Müller muss dagegen überzeugen, will sie sich direkt für Olympia qualifizieren. Bedingung ist ein Platz unter den Top 12 - oder sie wird eine der beiden besten Deutschen.
Norden ist frohgemut vor dem Londoner Showdown. „Ich habe meine Auszeit überwunden und in den letzten Wochen auch das Lauftraining langsam wieder aufgenommen“, sagt die Schwedin. „Es ist fantastisch, ohne Schmerzen laufen zu können.“ Zwar hat sie sich die Option, in London zu starten, noch offen gelassen, doch tendiert sie wohl zu einem Start am Wochenende im noblen Hyde Park. Ihre größeren Ziele sind allerdings das WM-Finale in Peking und der Nachholwettbewerb in Yokohama. „Ich würde ungern das ganze Jahr untätig sein.“ Mit derartigen Wahl-Problemen wäre wohl auch Müller gern konfrontiert.
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