„Spielgemeinschaften liegen im Trend“

Auf eine bärenstarke Sommerrunde kann Stefan Kohlmann vom TC Hohenstein bisher zurückblicken. Er führt das LK-Ranking aus Wittener Sicht an.
Auf eine bärenstarke Sommerrunde kann Stefan Kohlmann vom TC Hohenstein bisher zurückblicken. Er führt das LK-Ranking aus Wittener Sicht an.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Fachschaftsleiter Jörg Kemper spricht von einer erfolgreichen Saison, hadert aber auch mit Nachwuchsproblemen. Senioren-Stadtmeisterschaften vor dem Aus.

Witten.. Für die meisten Wittener Tennisspieler geht es nach dem Ende der regulären Sommerrunde allenfalls noch um Turniere oder gar um die Vorbereitung auf die nächste Spielzeit. Fachschaftsleiter Jörg Kemper hat im Gespräch mit WAZ-Mitarbeiter Marius Hoff Bilanz gezogen – und auch auf die eine oder andere Herausforderung aufmerksam gemacht.

Für die überkreislichen Tennismannschaften ist die Saison beendet. War das aus Ihrer Sicht insgesamt ein erfolgreicher Sommer für die Wittener?

Kemper: Das steht ungefähr in einem Verhältnis von 80 zu 20. Toll sind die Aufstiege der Annener Herren 60 und Herren 50. Bei der TG haben die Damen gleiches geschafft, außerdem konnten die Herren 30 der TG die Klasse halten. Es gibt eigentlich nur zwei, die ihr Saisonziel nicht erreicht haben: die Hohensteiner Herren 40 sind abgestiegen und die Damen 40 von „Schwarz-Weiß“ haben den Aufstieg leider verpasst. Ansonsten war es eine erfolgreiche Saison.

Mit den Herren 60 der SUA gibt’s im nächsten Jahr einen weiteren Westfalenligisten. Zudem sind drei Teams in die Verbandsliga aufgestiegen. Wer hat Sie am meisten überrascht?

Ich hätte nicht erwartet, dass es die Herren 50 der SUA schaffen. Es war etwas glücklich, dass man eine so ausgeglichene Klasse hatte. Die TG-Damen hatten mit Ickern sicher eine stärkere Mannschaft in der Liga, die aber nicht immer mit der besten Aufstellung angetreten ist.

Für die Hohensteiner Herren 40 war es ein kurzes Intermezzo. Wird sich einer der Aufsteiger diesmal in der Verbandsliga etablieren können?

Bommerns Damen 40 werden auch in der Verbandsliga ein gewaltiges Wort mitreden. Dagegen werden es die TG-Damen genau wie die Annener Herren 50 schwer haben – beide Mannschaften werden Verstärkungen brauchen.

Das niveaustärkste Herrentennis wird aktuell in der Ü30-Klasse gespielt. Fehlt der Nachwuchs?

Dieses Problem kann man eigentlich auch auf die Damen übertragen. Wir haben momentan den Trend, dass es die meisten Jugendlichen nach der Schule eher weg von zu Hause zieht. Uni-Städte haben es da etwas einfacher. Außerdem fehlt einfach das Potenzial, ich sehe aktuell keinen zweiten Patrick Mangelsdorf. Und Spieler wie Yannick Staupe spielen dann lieber außerhalb.

Die Sportunion stellt im Sommer 13 Mannschaften, die TG Witten musste dagegen ihre Herrenmannschaft zurückziehen. Gleiches galt für die Damen am Hohenstein. Ist es eine bezeichnende Entwicklung, dass sich Teams mit Spielern aus unterschiedlichen Clubs bilden?

Naja, beide Mannschaften haben besondere Geschichten. Die Kader waren ohnehin schon klein, und dann kamen eben Verletzungen hinzu. Aber grundsätzlich ist es richtig, dass wir in Witten kein monströses Konkurrenzdenken mehr haben. Viele Spieler wollen einfach gerne in einer guten Mannschaft spielen, egal in welchem Verein.

Schauen wir kurz auf die Stadtmeisterschaften. Obwohl man den Terminplan entzerrt hatte, gab es ein Teilnehmer-Debakel…

Ich sehe für die Stadtmeisterschaften keine Zukunft mehr. Witten ist eben nicht gerade von Turnierspielern geprägt, das hat man auch wieder bei den Bezirksmeisterschaften gesehen. Am Termin kann es einfach nicht gelegen haben. Wir könnten das Ganze mit viel Werbung offen ausschreiben, aber das wäre dann letztlich kein Turnier für Wittener.

Was hält die Sommersaison jetzt noch bereit?

Die Mixed-Stadtmeisterschaft am Hardenstein und die Stockum-Open sind quasi die Gemeinschafts-Highlights, da hoffe ich auf eine starke Beteiligung. Dann haben wir noch LK-Turniere in Bommern und bei der TG. Aber auch die Jugendstadtmeisterschaft sollte man nicht vergessen. Wegen der LK-Genehmigung zieht sich das gerade etwas in die Länge, aber es wird wohl Ende August am Hohenstein stattfinden.