Spaß haben und durchhalten
17.08.2010 | 16:45 Uhr 2010-08-17T16:45:00+0200Hückeswagen.TTW-Ligawart Holger Brandt hatte in den letzten Tagen viele Telefonate zu führen, da die Stammbesetzung der NRW-Liga gänzlich verhindert oder verletzt war und ein komplettes Ersatzteam für die Mitteldistanz rekrutiert werden musste.
Dem akuten Personalmangel war es also zu verdanken, dass Marcus Dick-Cortmann, Dietmar Bierey, Kai Moldenhauer und Gerrit Krug in der höchsten Liga des NRWTV zum Einsatz kamen.
Der Wettkampf in Hückeswagen war anspruchsvoll. 2000m wurden in der sauberen Bevertalsperre geschwommen, danach folgten 74 Kilometer auf dem Rad durch das bergische Land. Der 20-Kilometer-Lauf führte von der Bevertalsperre nach Hückeswagen und dort dreimal um die Wuppervorsperre herum.
Da in dem Feld der Topathleten für die Ersatzmannschaft des TTW bei nüchterner Betrachtung „kein Blumentopf“ zu gewinnen war, rief Teamkapitän Dick-Cortmann das Motto: „Den Wettkampf genießen, das Optimum herausholen und auf jeden Fall finishen“ aus. Mannschaftsrang 15 peilte er an.
In der Ligatabelle rangierte der TTW vor diesem Rennen auf Platz neun, sicher im Mittelfeld. Dick-Cortmann entstieg nach 34:19 min der Bever. Gerrit Krug folgte 2:36 min später, dann kam Kai Moldenhauer (37:39 min) und mit recht großem Abstand nach 42:48 min Dietmar Bierey, der erst seit einem halben Jahr unter Anleitung eines Trainers schwimmt. Da er als ehemaliger A-Lizenzfahrer auf seine Radstärke vertrauen konnte, war der Rückstand für ihn hinnehmbar.
„Ich habe ab Kilometer 40 immer damit gerechnet, dass Didi mich einholt,“ sagt Dick-Cortmann, der nach 68 km dann tatsächlich von Bierey eingeholt wurde. Dieser fuhr mit 2:07:06 h (inklusive beider Wechselzeiten) erwartungsgemäß den schnellsten Radsplit des Teams (35 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit).
Marcus Dick-Cortmann, folgte ihm 1:07 min später auf die Laufstrecke. Moldenhauer hatte schwere Beine und konnte in seiner Spezialdisziplin zwar ebenfalls eine gute Zeit herausfahren (2:18:58 h), hatte sich dabei aber die Beine ein wenig „dick gefahren“ wie es im Rennfahrerjargon heißt. Gerrit Krug kam nach 2:34:10 h auf dem Rad ebenfalls zum zweiten Wechsel.
Dietmar Bierrey konnte seinen Vorsprung auf Dick-Cortmann bis Kilometer 14 halten, dann musste er dem hohen Anfangstempo beim Laufen Tribut zollen. Marcus Dick-Cortmann lief den abschließenden Halbmarathon in 1:29:55 h und kam nach 4:20:56 h überglücklich als schnellster Wittener ins Ziel. „Ich habe meinen persönlichen Streckenrekord aus dem Jahr 2003 um zehn Minuten verbessern können,“ strahlte er nach dem Lauf.
Bierey folgte vier Minuten später und konnte mit seiner ersten Mitteldistanz ebenfalls zufrieden sein. Seine Endzeit: 4:25:04 h. Moldenhauer spürte beim Laufen, dass die Saison lang war und benötigte für die letzte Disziplin 1:38:24 h. Nach 4:35:02 h war das Rennen für ihn vorbei.
Der Held des Tages aus Wittener Sicht war Gerrit Krug, der ab dem ersten Laufmeter von Krämpfen geplagt wurde, aber dennoch die Zähne zusammenbiss. Nach einem schmerzhaften zweistündigen Lauf erreichte er das Ziel. Wäre er ausgestiegen, hätte das Team nicht Platz 15 sondern Rang 16 belegt.
Landesliga
Mannschaftskapitän Bernd Fahrenson, der in dieser Saison nur den Herscheid-Sprint bestritten hat, führte das Team mit Carsten Jeppel und Matthias Weckelmann sowie Volker Fabiunke zu einem guten vierten Mannschaftsrang.
Volker Fabiunke wusste einen Tag vor dem Rennen noch nichts von seinem Glück, in der Landesliga beim Hückeswagener Sprint eingesetzt zu werden. Er sprang für Gerrit Krug ein.
Fahrenson verzichtete an diesem Tag auf einen Neoprenanzug, da er hoffte, so schneller auf das Rad zu kommen Diese Taktik ging allerdings nicht auf. Er schwamm 40 Sekunden langsamer als üblich und profitierte somit nicht von der eingesparten Wechselzeit. Neuling Carsten Jeppel erreichte Platz 51 in der Einzelwertung. Matthias Weckelmann war außer Form und belegte Rang 35. Er lief 1:40 min langsamer als im vergangenen Jahr, was auf seinen suboptimalen Trainingszustand zurückzuführen ist.
Fabiunke wurde 23., Bernd Fahrenson war eine sichere Bank und belegte Rang sieben, nachdem er die zweitschnellste Laufzeit des Tages (19:29 min) abspulte.
Jan Timo Lischka startete im offenen Feld und wurde mit 1:08:34 Stunden 49. Gesamt und 12. der M30.
Die Saison der Landesliga ist damit beendet. Die Wittener konnten sich zum Abschluss noch einmal um einen Platz auf den elften Tabellenrang (von 22 Teams) verbessern.
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