Souveräne Favoriten und unnötige Hektik

Ausgelassen feierten die Spieler des TuS Heven ihren Sieg bei den Stadtmeisterschaften in der Husemannhalle nach der Pokalübergabe.
Ausgelassen feierten die Spieler des TuS Heven ihren Sieg bei den Stadtmeisterschaften in der Husemannhalle nach der Pokalübergabe.
Foto: Funke Foto Service
Was wir bereits wissen
Sportliche Überraschungen bleiben in diesem Jahr aus. Das Bild eines tollen Turniers wird nur durch zwischenzeitliche Hektik am Sonntag getrübt.

Witten..  Die Hallenstadtmeisterschaft um den Sparkassen-Hallen-Cup hat den zahlreichen Zuschauern in der Husemannhalle an zwei Turniertagen viel Freude bereitet. Wenn man nach einer solchen Veranstaltung Bilanz zieht, dann sollte der sportliche Teil an erster Stelle stehen. Und da ist es für alle Freunde des Wittener Fußballs irgendwie wohltuend, dass die großen Überraschungen in diesem Jahr ausblieben. Denn das nährt die Hoffnung, dass es auch draußen ab Ende Februar wieder besser läuft für die Wittener Teams.

Anders als im letzten Jahr, als A-Ligist DJK TuS Ruhrtal Stadtmeister wurde und der SV Herbede es nicht unter die besten Vier schaffte, wurden die Favoriten diesmal ihrer Rolle gerecht. TuS Heven gegen den SV Herbede im Finale – für diese Paarung hätte es bei den Wettanbietern im Vorfeld die geringste Quote gegeben. Man muss vorsichtig sein, ob sich die Leistungen aus der Halle auch auf das Feld übertragen lassen. Aber das, was Heven mit seinen bekannten Neuzugängen anbot, war eines gestandenen Westfalenligisten würdig.

Herbeder Talente überzeugen

Während bei den Hevenern die erfahrenen Spieler wie David Nyenhuis, Volkan Kiral oder Maik Knapp den Ton angaben, überzeugte der Vizestadtmeister mit jugendlichem Elan. Zwischenzeitlich agierte der SV Herbede zwar nicht ganz so souverän, insgesamt war das aber schön anzusehen, was die Youngsters Gianluca Silberbach, Elvis Karisik, Benjamin Homann, Gavin Hope und Fabrizio Leone zeigten.

Zufrieden sein dürfen auch die Bezirksligisten SV Bommern und VfB Annen. Der SVB wurde verdient Dritter, Annen scheiterte erst in der letzten Minute der Zwischenrunde am schlechteren Torverhältnis gegenüber Herbede und Bommern. Die SVH-Reserve bestätigte als Vierter seinen Platz als bester Kreisligist und verwies einen enttäuschten Ausrichter und Titelverteidiger TuS Ruhrtal bereits in der Vorrunde in die Schranken. Stark auch der Auftritt beim 3:0-Sieg in der Zwischenrunde über den TuS Stockum.

Sportlich passte es beim diesjährigen Sparkassen-Hallen-Cup. Die Zuschauerresonanz war ordentlich, die Ausrichtung des Turniers war bei der DJK TuS Ruhrtal in guten Händen. Es mag das etwas größere Kompliment für die Ruhrtaler Verantwortlichen um Thomas Franzuschak sein, dass das auch jeder im Vorfeld so erwartet hatte. Der TuS hat sich längst als gute Adresse im Wittener Fußball etabliert.

Alles gut also, wären da nicht die hektischen dreieinhalb Stunden in der Zwischenrunde gewesen. Es waren nicht nur die vier Roten Karten, die das ansonsten runde Bild des Turniers störten. Auch sonst ging es teilweise ruppig zu, wie in der Partie zwischen dem VfB Annen und dem SV Bommern. Es war wohl eine Fehlentscheidung, die dem SVB einen entscheidenden Gegentreffer bescherte. Und auch der Ärger von TSV-Spieler Atilla Kartal war nachzuvollziehen, hatte er doch, wenn überhaupt, nur unabsichtlich den Ball mit der Hand berührt und dafür im Spiel gegen den SV Herbede Rot gesehen.

Spieler lamentieren zu viel

Letztlich sollten sich aber alle Akteure einmal fragen, ob es nötig ist, bei jedem zweifelhaften Pfiff mit allen Mann wie wild auf den Schiedsrichter los zu stürmen. Man muss sich nicht wundern, wenn diese dann schon bei einer kleinen Unsportlichkeit, wie dem hämischen beklatschen einer Zeitstrafe, dünnhäutig reagieren.