Sechs DM-Tickets für SUA-Talente
13.02.2012 | 17:46 Uhr 2012-02-13T17:46:00+0100
Bochum.Stefan Oldenburg und Franz Paris konnten allemal zufrieden sein. Bei den Westdeutschen U 20-Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid holten die Schützlinge der Jugendtrainer der Sport-Union Annen gleich sechs Tickets für die Deutsche Meisterschaft.
Drei Akteure stemmten diesen Erfolg allerdings nicht. Jose Phillip (-73 kg) habe sich laut Oldenburg „ein bisschen unter Wert verkauft.“ Eine Unachtsamkeit im Bodenkampf - und schon war nach einem Duell Schluss. So schnell geht’s. Verschmerzbar ist das aber, weil Phillip gerade erst die Alters- und Gewichtsklasse gewechselt hat. Oldenburg: „Er ist schon ein Guter.“
Kristina Secertzis (-70 kg) war „echt stark“, wie Oldenburg bekundet. Die U 17-Akteurin schlug sich gegen die „Großen“ beachtlich und hat auch im kleinen Finale um Platz drei nur ganz knapp verloren. Diese Leistung lässt hoffen für die Zukunft.
Sven Malewany hatte in der 66 kg-Gewichtsklasse keine Chance. „Das war wirklich die allerstärkste Gewichtsklasse auf dem Turnier. Wahnsinn, das waren Schlachten“, sagte Oldenburg beeindruckt. Malewany hatte zudem noch Lospech, verlor direkt einen Favoriten, konnte aber immerhin in der Trostrunde einmal siegen, bevor er dann erneut gegen einen bärenstarken Judoka ‘ran musste und wieder verlor.
Besser machte es in diesem Haifischbecken Christopher Köllner. Er wurde Dritter und sicherte sich somit sein DM-Ticket. Er gewann schon den ersten Kampf souverän. Köllner kam letztlich bis ins kleine Finale und kämpfte dort gegen seinen Erzrivalen Hamsat Isaev. Diesem Kampf hätten gegen Ende knapp 30 Zuschauer beigewohnt, so Oldenburg. „Ich war selbst richtig platt danach. Das war ein sehr ansprechender Kampf“, den Köllner letztlich für sich entschied. Bei der DM könne Köllner es allemal in die „Top 5“-Ränge schaffen.
Nicki Graczyk (-60 kg) wurde Westdeutscher Meister. Er ist schon als großer Favorit ins Turnier gestartet und wurde dieser Rolle zu jedem Zeitpunkt gerecht, gewann alle Kämpfe vorzeitig.
Michel Schmitt (+100 kg), der zuletzt von Verletzungen geplagt war und deshalb einiges an Trainingsrückstand hat, erfüllte seine Quali-Pflicht ebenfalls. „Jedes Training, jeder Wettkampf ist für ihn momentan sehr wichtig“, sagt Oldenburg über Schmitt. Erst im Finale konnte ihm mit Benjamin Bouizgarne ein Mönchengladbacher Judoka das Wasser reichen - Silber ist völlig in Ordnung für Schmitt. Oldenburg: „Auch er kann für eine DM-Medaille sorgen.“
Auch bei den weiblichen Akteuren lief es gut. Jessica Zaib (-70 kg) holte Platz zwei. Kurios: Für Zaib ist Judo eigentlich nur ein Hobby, dennoch räumt sie oft genug ab. „Ihr Kopf ist deshalb wohl ziemlich frei - sie trainiert nicht einmal allzu viel“, so Oldenburg. Für Sarah Kasper (-48 kg) indes war die Qualifikation Pflicht. Beinahe wäre ein Erfolg allerdings flöten gegangen - doch letztlich holte Kasper den dritten Platz, weil sie ihre Unkonzentriertheiten noch gerade so ausbügelte.
Fremdstarterin Rahel Krause (TuS Volmetal) holte Platz zwei. Oldenburg: „Sie hat sich mit diesem Super-Turnier für ihre fleißigen Trainingsleistungen belohnt.“
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