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Schwedische Gold-Hoffnung

10.09.2010 | 18:26 Uhr
Schwedische Gold-Hoffnung
Für Lisa Norden (re., hier neben Lena Brunkhorst) geht es am Sonntag in Budapest um den WM-Titel.

Witten.Bei der Sprint-WM in Lausanne konnte sich Lisa Norden schon mit der Goldfarbe ihrer Medaille ziemlich anfreunden. Dieser Trophäe könnte die Schwedin vom AsicsTeam TG Witten am Sonntag eine weitere gleichfarbige hinzufügen, wenn das Finalrennen der WM-Serie in Budapest über die Olympische Distanz optimal für sie verläuft.

Aktuell liegt Norden auf dem dritten Gesamtrang, hat mit 256 Punkten allerdings einen relativ großen Rückstand auf die Führende, Titelverteidigerin Emma Moffat aus Australien. Aber in den letzten Wochen kam sie zunehmend in Form, so dass ein Angriff auf Moffat und die zweitplatzierte Neuseeländerin Andrea Hewitt durchaus realistisch erscheint. Gewinnt Norden in Budapest, und ihre beiden Hauptkonkurrentinnen verfehlen das Podium, wäre sie Weltmeisterin.

Auf der anderen Seite liegen Helen Jenkins (GBR) und Nicola Spirig (SUI) hinter der Schwedin auf der Lauer, und vor beiden hat sie nur einen hauchdünnen Vorsprung. Insofern wäre eine Medaille, egal welcher Couleur definitiv ein toller Erfolg.

Einen solchen wünscht sich zum Abschluss auch die zweite Starterin des AsicsTeam TG Witten, Kathrin Müller, deren Saison nicht wunschgemäß verlaufen ist. „Mit meiner aktuellen Ranglisten-Platzierung 28 habe ich mein Ziel, dieses Jahr unter die ersten Fünfzehn zu kommen, deutlich verfehlt“, sagt sie selbstkritisch. „Daher gilt es, im Finale noch einmal die letzten Kräfte und so viele Punkte wie nur irgend möglich für die Olympiaqualifikation 2012 zu sammeln.“

Schwimmen als „gute Basis“ für Kathrin Müller

Basis eines versöhnlichen WM-Abschlusses soll dabei eine gute erste Disziplin sein. „Im Schwimmen bin ich zurzeit sehr stabil, und bei günstigem Verlauf sollte dann am Ende eine Top20-Platzierung möglich sein.“ Dies sei zwar nicht wirklich zufriedenstellend, aber „mit den Beinen der Saison 2010 wohl nicht groß steigerungsfähig.“

Immerhin weiß sich Müller in einer ihrer Lieblingsstädte, so dass die Freude auf den letzten Wettkampf dennoch überwiegt. Außerdem: „Gekämpft wird bis zum Schluss, nur große Wunder erwarte ich nicht.“

Von Titel- oder Medaillenhoffnungen sind die Männer vom „asics Team“, die am Samstag (live in der ARD ab 13.30 Uhr) ins Saisonfinale gehen, weit entfernt. Dennoch reisen die fünf qualifizierten Athleten aus dem Kader des Wittener Bundesligisten hochmotiviert nach Budapest. Denn zum Ende der internationalen Saison wollen alle noch einmal ein Top-Resultat erzielen. „Nun gilt es, die Nerven zu schonen, und nach dem richtigen Frühstück das WM-Rennen der Saison hinzulegen“, gilt Christian Prochnows Ankündigung quasi stellvertretend für alle AsicsTeam-Starter.

Gemeinsam mit „Paule“ werden um 13:05 Uhr Claude Eksteen, Sebastian Rank, James Seear und Dan Wilson in einen Nebenarm der Donau springen. Und die Form stimmt beim Wittener Quintett. Rank, Prochnow und auch Claude Eksteen haben dies beim letzten Bundesliga-Wettkampf in Hannover schon demonstriert und die beiden Australier fühlen sich nach einem intensiven Trainingscamp in Frankreich bestens gerüstet für Budapest.

Autralier Dan Wilson gibt sich angriffslustig

„Vor allem in den letzten Einheiten habe ich ein sehr gutes Gefühl mit Blick auf das Rennen entwickelt“, sagt Wilson. „Die Fitness stimmt, und das Training mit den anderen starken australischen Athleten hat noch einmal eine Menge gebracht.“ Genau wie James Seear gibt sich Wilson daher angriffslustig. „Ich hoffe auf zwei starke erste Disziplinen und dann wird sich zeigen, ob ich im Laufen stark genug bin, unter die ersten Zehn zu kommen.“

In diese Regionen wollen bei optimalem Rennverlauf auch die beiden deutschen Vertreter aus der Ruhrstadt vordringen. „Wie ich in Hannover sehen konnte, stimmt die Vorbereitung. Das Training nach dem letzten WM-Rennen in Kitzbühel lief sehr gut“, so Prochnow. Und Sebastian Rank hatte schon im Vorfeld dieses letzten Wettkampfes in Kitzbühel gesagt, dass sein Fokus auf das Finale gerichtet sei. Insofern hat er insgeheim eine Steigerung seines ohnehin starken sechsten Platzes aus Österreich im Hinterkopf. Allerdings gilt es für ihn, bis zum zweiten Wechsel in der Spitzengruppe vertreten zu sein, um seine Laufstärke auszuspielen. „Wir gehen von einem sehr schnellen Rennen von Beginn an aus“, beschreibt Wilson die australischen Erwartungen, so dass alle jederzeit auf der Hut sein müssen.

Weniger über einen Top10-Platz, aber dennoch um eine gute Platzierung unter den ersten 20 macht sich Claude Eksteen Gedanken. Innerhalb der Saison hat er konstant gute Leistungen abgeliefert und gemeinsam mit dem südafrikanischen Team zuletzt in Slowenien ausgiebig trainiert.

Oliver Schinkewitz

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