Schlott fährt in eigener Liga

Bereits vor den Deutschen Meisterschaften lief alles nach Plan für Simon Schlott. In Köln krönte er sich jetzt zum doppelten Titelträger. Sowohl im Einer als auch im Doppelvierer war der Wittener nicht zu schlagen.
Bereits vor den Deutschen Meisterschaften lief alles nach Plan für Simon Schlott. In Köln krönte er sich jetzt zum doppelten Titelträger. Sowohl im Einer als auch im Doppelvierer war der Wittener nicht zu schlagen.
Was wir bereits wissen
Talentierte Nachwuchshoffnung holt in Köln gleich zwei Goldmedaillen. Auch Föbinger und Raillon können überzeugen.

Köln..  Ein historischer Tag für den Ruder-Club Witten: Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Köln konnte der RCW drei Goldmedaillen und zwei Silbermedaillen gewinnen. Maßgeblichen Anteil an diesem Riesenerfolg hatte Simon Schlott, der doppelter Jugendmeister wurde. Ebenfalls bärenstark mit Gold und Silber zeigte sich Lukas Föbinger. Jacob Raillon sorgte für das zweite Silber.

„Drei Goldmedaillen - das gab es zuletzt 1988. Dazu zwei Silbermedaillen und zwei WM-Nominierungen, das ist ein einmaliges Ergebnis und eine tolle Leistung der Aktiven und Trainer“, freut sich RCW-Vorsitzender Maik Swienty.

Schlott überzeugt auf ganzer Linie

Allen voran Simon Schlott konnte sich über ein perfektes Wochenende freuen. Sein souveräner Sieg im U17-Einer war eine Vorstellung der Extraklasse. Der Wittener siegte im Vorlauf und Halbfinale sicher. Im Finale setzte sich Simon Schlott vom Start an von den Konkurrenten ab. Am Ende hatte er einen Vorsprung von knapp zwei Bootslängen. Damit stellte er eindrucksvoll unter Beweis, dass er derzeit im B-Junioren-Bereich unangefochten der schnellste Ruderer in Deutschland ist - die Goldmedaille war der Lohn für eine grandiose Saison.

Doch damit nicht genug. Im Junior-B-Doppelvierer legte Simon Schlott nach. Zusammen mit seinen Mannschaftskameraden aus Essen und Hamm erkämpfte er sich den zweiten Meistertitel. Dabei lag der Vierer im Finale nach 500 Metern zunächst nur auf Rang vier. Bis zur 1.000-Meter-Marke hatten sie sich auf Platz zwei vorgekämpft und bis ins Ziel nach 1.500 Metern gelang es ihnen, das führende Boot aus Magdeburg/Halle abzufangen und sogar mit knapp zwei Sekunden Vorsprung deutlich zu überholen - Gold Nummer zwei.

Eine überragende und vor allem beeindruckend souveräne Saison konnte auch Lukas Föbinger in der Domstadt krönen. Im Vierer ohne Steuermann der Junioren A (U19) gewann er die angepeilte Goldmedaille. Zusammen mit Johannes Rentz (Dortmund), Lukas Geller (Krefeld) und Christopher Reinhardt (Dorsten) wurde er der Favoritenrolle dabei mehr als gerecht. Denn im Ziel der 2.000 Meter langen Strecke hatte das Quartett einen Vorsprung von deutlichen fünf Sekunden auf das Team aus Hamburg und Magdeburg.

NRW-Achter liegt lange vorne

Mit diesem Rückenwind stiegen die vier ins größte Boot - den Achter. Zusammen mit vier anderen NRW-Ruderern starteten sie gut ins Rennen und lagen angeführt vom Wittener bei den ersten drei Zwischenzeiten in Führung. Im Endspurt kam es dann zum Duell mit dem nord-ostdeutschen Nachwuchsachter. Der hatte im Ziel die Bootsspitze mit einer Sekunde knapp vorne und verwies den NRW-Achter auf den Silberrang. Doch das tat der guten Stimmung keinen Abbruch.

Auch der zweite WM-Fahrer aus dem Lager der Wittener hatte allen Grund sich zu freuen. Jacob Raillon gewann mit seinem Doppelvierer (U19) die Silbermedaille. Zusammen mit Henri Schwinde, Theodor Johann Thun und Ernst-Albrecht Boy aus Berlin, Hamburg und Münster musste er nur dem zweiten Nationalmannschafts-Boot mit den WM-Startern im Einer und Doppelzweier den Vortritt lassen. Auch wenn sie vor knapp drei Wochen in Hamburg noch die Bugspitze vorne hatten, konnte das Team mit der sehr guten Leistung zufrieden sein und auf das Siegerpodest klären. Da Benedikt Pernack, der Zweierpartner von Raillon, aus Krankheitsgründen bei den Titelkämpfen nicht antreten konnte, musste das erfolgreiche Wittener Duo auf den Start in dieser Klasse verzichten.

Grund zur Freude hatte hingegen Niklas Eichholz. Der Wittener war kurzfristig in einem Köln-Leverkusener-Vierer mit Steuermann der B-Junioren eingesprungen und qualifizierte sich mit seinem Team über den Hoffnungslauf für das Finale. Dort hielten sie lange gut mit, mussten dann aber zur Spitze abreißen lassen. Am Ende überquerten sie die Ziellinie auf einem guten fünften Rang.

Eichholz knapp am Podest vorbei

Ebenfalls im A-Finale ruderten die beiden U23-Einer des RCW. Julia Eichholz qualifizierte sich bei den Frauen ebenso wie Patrick Landefeld bei den Leichtgewichts-Männern über den Hoffnungslauf für das Rennen der besten sechs. Julia Eichholz ruderte dort auf Rang vier. Die U23-Weltmeisterin von 2013 verpasste damit nur knapp die Medaillenränge. Patrick Landefeld kam als sechster ins Ziel.

Etwas Pech hatten dagegen Philipp Dahm und Lukas Tewes in ihren Halbfinals, in denen sie jeweils denkbar knapp den Finaleinzug verpassten. Philipp Dahm war mit seinem Ruderpartner Mathias Fischer aus Hattingen erst kurz vor der Meisterschaft in den Doppelzweier (U19) gewechselt. Dennoch hielten die beiden in einem starken Feld gut mit.
Am Ende belegten sie im kleinen Finale einen guten zweiten Platz und damit Rang acht in der Gesamtwertung. Lukas Tewes war mit Ruderern aus Marl, Dorsten und Dortmund im Leichtgewichts-Doppelvierer (U17) gestartet. Im Halbfinale fehlte dem Team lediglich eine knappe Sekunde für den Sprung unter die ersten sechs. Im kleinen Finale ruderten sie dann auf Rang vier - Platz zehn der Gesamtwertung.

Ebenfalls bis ins kleine Finale konnte sich Barbara Pernack im Leichtgewichts-Einer der Juniorinnen A kämpfen. Nach Platz fünf im Vorlauf, einem zweiten Rang im Hoffnungslauf und Platz sechs im Halbfinale ruderte die Wittenerin im kleinen Finale als Dritte (Gesamtneunte) ins Ziel. Clubkameradin Melanie Hummitzsch, die ebenfalls in dieser Klasse gestartet war, verpasste als Dritte im Hoffnungslauf hinter Pernack den Sprung in die Vorschlussrunde.

Geschafft haben dies Franca Pilchner und ihre Doppelzweierpartnerin Henriette Pahnke vom Ruderverein Rauxel. Sie wurden im Hoffnungslauf Zweite und kamen danach im Halbfinale und kleinen Finale zwei Mal auf Rang sechs ins Ziel. Das reichte für Platz zwölf in der Gesamtwertung. Nicht bis in die Vorschlussrunde kam Annika Steinau im Juniorinnen-Einer der U17. Die RCW-Ruderin fuhr in ihrem Vorlauf auf Platz vier und wurde im Hoffnungslauf Fünfte.

Für das gesamte RCW-Team und insbesondere die Trainer Ruth Harzheim, Joachim „Goofy“ Ehrig und Malte Huben war die diesjährige Meisterschaft der Höhepunkt einer überragenden Saison. Bei der Junioren-WM in Rio de Janeiro Anfang August soll dann erneut Geschichte geschrieben werden.