Rumpfbeugen und 20-Meter-Sprints

Beim Spiel- und Sportfest mussten die Zweitklässler nach durchlaufenem Parcours noch sechs Minuten ohne Unterbrechung durch die Sporthalle laufen.
Beim Spiel- und Sportfest mussten die Zweitklässler nach durchlaufenem Parcours noch sechs Minuten ohne Unterbrechung durch die Sporthalle laufen.
Foto: Funke Foto Services

Witten..  „Ich habe in viele strahlende Gesichter von Kindern gesehen - das hat ihnen hier wohl richtig Spaß gemacht“, erklärte Tanja Lücking, Geschäftsführerin des Stadtsportverbandes, am Rande des Sport- und Spielfestes für rund 650 Kinder der Wittener Grundschulen. Seit 2001 schon gibt es dieses Projekt für hiesige Zweitklässler - in diesem Jahr wurde das Testprogramm noch ein wenig erweitert.

In der Husemann-Sporthalle mussten die Grundschüler der Reihe nach, streng durchorganisiert nach Schulen und deren Klassen, einen umfangreichen Parcours durchlaufen, bei dem verschiedene sportmotorische Fähigkeiten geprüft wurden. Als eine von 33 Kommunen in Nordrhein-Westfalen hat auch die Stadt Witten Anteil am umfangreichen Projekt „KommSport“, das darauf abzielt, den Kinder- und Jugendsport zu stärken sowie Kindern und Jugendlichen in Zusammenarbeit mit den etablierten Vereinen vor Ort ein auf sie maßgeschneidertes Sportangebot anzubieten. „Das ist ein wirklich tolles Projekt, das es sich lohnt zu unterstützen“, betonte auch Wittens Sportdezernent Frank Schweppe, der sich das rege Treiben in der Halle in Ruhe anschaute.

Wie gehabt wurden die Zweitklässler zuerst vermessen und gewogen, ehe es an ihre motorischen Fähigkeiten ging. Rumpfbeugen? Da ist wohl schon so manch einer an seine Grenzen gestoßen - von Kindesbeinen an. Beim 20-Meter-Sprint, für den die Kinder zwischen dreieinhalb bis sechs, sieben Sekunden benötigten, konnten sie sich dann so richtig austoben. Sporthelfer von Wittener Gymnasien standen den Schülern ebenso wie Studenten der Dortmunder Universität - einmal mehr angeleitet von Ex-Ruderweltmeister Volker Grabow - unterstützend zur Seite, zählten minuziös Liegestütze, Sit-ups und kurze Seitwärtssprünge (wie beim Wedeln auf der Skipiste), kontrollierten den Balance-Akt auf schmalen Alu-Streben. Klar, dass bei den Kindern Unterschiede in der sportlichen Ausrichtung zu Tage traten. Doch die Möglichkeiten, sich zu betätigen, sind auch in der Ruhrstadt enorm. Nicht jedes Kind landet dauerhaft beim Turnen oder beim Schwimmen bzw. in der Leichtathletik. Auch die Judoka und die Ringer suchen fortwährend nach Talenten. „Ich bin auch nach wie vor der Meinung, Witten wäre mit all seinen sportlichen Facetten der ideale Standort für das Modell einer Sportschule NRW“, so Frank Schweppe, der darauf hofft, dass die Stadt dazu zukünftig eine neue Chance erhält.

„Wir können gerade mit diesem Test der Zweitklässler die Kinder in Sachen Sport auf den Weg bringen - das Übrige müssen dann natürlich ihre Eltern leisten“, so Schweppe.

Den Kindern jedenfalls, die nach der Überprüfung noch in der Viehmarkthalle die Übungsangebote beim Ringen, Turnen oder Tennis nach Lust und Laune ausprobieren konnten, hatten wirklich Gefallen daran gefunden, diesen Parcours hinter sich zu bringen. „Das war zwar anstrengend, hat uns aber gut gefallen. Das Balancieren war richtig schwer“, meinten etwa Mädchen von der Vormholzer Grundschule, von denen einige schon längst in Wittener Sportvereinen aktiv sind, dort Handball spielen, turnen oder schwimmen. Vielleicht wächst diese Quote ja bald noch kräftig an.