Reihenweise Hochkaräter
17.09.2010 | 19:14 Uhr 2010-09-17T19:14:00+0200
Witten.So spät im Jahr haben sich die besten Triathleten Deutschlands noch nie in den Schliersee gestürzt: Der fünfte und letzte Wettkampf der Deutschen Triathlon-Liga (DTL) ist am heutigen Samstag auch zugleich - wie im Vorjahr - die Deutsche Meisterschaft über die Olympische Distanz.
War der malerische bayrische Ort sonst immer im Frühsommer Schauplatz des hochkarätigen Triathlon-Spektakels, hat man nun den Termin bewusst ans Ende der DTL-Saison gelegt, um dort nicht allein die besten Mannschaften bei Männern und Frauen zu küren, sondern auch die Einzelwertung der Elite-DM in den Mittelpunkt zu rücken.
Auf alle Fälle wird das Herren-Quintett vom „asics Team“ TG Witten mit breiter Brust am Samstag um 11.30 Uhr die anspruchsvolle Strecke in Angriff nehmen. „Wir werden auf jeden Fall versuchen, den dritten Tagessieg einzufahren“, sagt Team-Kapitän Matthias Zöll, der gemeinsam mit Claude Eksteen, Nils Frommhold, Christian Prochnow und Sebastian Rank nach den Erfolgen in Witten und in Hannover einen weiteren Paukenschlag landen will - doch dabei ist er sich bewusst, dass der enorm fordernde Wettkampf am Schliersee mit dem rund vier Kilometer langen Rad-Anstieg bis hinauf zum Spitzingsattel eine Besonderheit darstellt.
Teamleiter Richard Gutt glaubt, dass sein Quintett am Schlier- und Spitzingsee vorne landen kann - allerdings verweist er auch auf die diesmal extrem starke Konkurrenz aus Buschhütten und Schramberg, die genau wie das „asics Team“ mit einigen Starten antreten werden, die am vergangenen Wochenende beim WM-Finale in Budapest dabei waren: Olympiasieger Jan Frodeno, Vize-Weltmeister Steffen Justus, Daniel Unger für Schramberg sowie der australische WM-Dritte Brad Kahlefeldt, Schliersee-Titelverteidiger Ivan Vasiliev und Maik Petzold für Buschhütten - so hochkarätig war ein DTL-Rennen schon lange nicht mehr.
Mit einem Vorsprung von zwei Punkten gehen die Damen vom „asics Team“ TG Witten in den finalen Wettkampf. Die Titelverteidigung sollte angesichts des Aufgebots mit der WM-Dritten Lisa Norden, Kathrin Müller, Lena Brunkhorst (Führende im Deutschland-Cup; 32 Punkte vor Erlangens Juliane Straub) allemal machbar sein. „Aber es kann beim Triathlon ziemlich schnell gehen, dass etwas passiert, gerade am Schliersee“, warnt Richard Gutt.
Mit eher gemischten Gefühlen gehen die Athleten des AVU-Teams vom PV-Triathlon an das Saisonfinale heran. „Unsere Athleten freuen sich darauf. Durch den späten Zeitpunkt und die Verbindung mit den Deutschen Meisterschaften haben alle noch einmal richtig Gas im Training gegeben“, beschreibt Matthias Bergner die Stimmung in der Mannschaft. Bei den Männern startet der Club mit Stefan van Thiel, Josh McHugh, Dominik Wawrik, Oliver Strankmann und Sven Bergner - damit soll wie in Hannover möglichst Rang sechs herauskommen.
Bei den Damen indes ist wieder Improvisation gefragt: Die Niederländerin Sarissa de Vries musste absagen, und auch ihre Landsfrau Neiske Becks - zuletzt Sechste der Juniorinnen-WM - wird fehlen. Trotz der Ausfälle schickt Bergner mit Linda Klauke, Wencke Stoltz, Marietta Hermann und Conny Dauben eine schlagkräftige Truppe ins Rennen, die sein volles Vertrauen genießt. „Wir liegen auf dem siebten Platz. Mit etwas Glück geht da ja noch etwas nach oben“, ist er optimistisch.
0mitdiskutieren