Pionierarbeit schon seit 2001

Frank Schweppe, Matthias Kiehm, Ines Großer, Volker Grabow, Sonja Leidemann und Tanja Lücking (v.li.) stellten das Projekt vor.
Frank Schweppe, Matthias Kiehm, Ines Großer, Volker Grabow, Sonja Leidemann und Tanja Lücking (v.li.) stellten das Projekt vor.
Foto: FUNKE Foto Service

Witten..  Den Kinder- und Jugendsport nachhaltig zu fördern, das ist schon seit langem ein ernstes Anliegen des Wittener Stadtsportverbandes. „Wir haben da in gewisser Weise Pionierarbeit geleistet“, denkt der stellvertretende SSV-Vorsitzende Matthias Kiehm dabei vor allem an die motorische Überprüfung der Wittener Zweitklässler, die in jedem Jahr rund 750 Grundschüler der Ruhrstadt durchlaufen.

„Im Jahr 2001 haben wir damit angefangen - das war und ist bis heute ein wichtiges Projekt“, so Kiehm. Im vergangenen Jahr bewarb sich Witten dann um die Teilhabe am Projekt „KommSport“ des Sportministeriums von NRW (in Verbindung mit dem Landessportbund) - mit Erfolg: Neben Städten wie Köln, Düsseldorf und Münster ist Witten eine von 33 Kommunen, die sich um die Stärkung des Jugendsports verdient machen. Diesbezüglich werden Städte und Gemeinden mit Beratungs- und Fortbildungsangeboten seitens des Ministeriums unterstützt.

„Ich freue mich, dass wir eine dieser 33 Kommunen in NRW sind. Uns ist es wichtig, Kinder und Jugendliche im Sport zu halten - auch wenn das wegen der verschiedenen anderen Prioritäten heute gar nicht so leicht ist“, sagt Bürgermeisterin Sonja Leidemann, die als Schirmherrin fungiert. Am 21. Mai wird der sportmotorische Test für die Zweitklässler der Stadt wieder in der Husemann-Sporthalle durchgeführt - diesmal noch ausführlicher als sonst, u. a. müssen die Kinder ihr Geschick beim Balancieren unter Beweis stellen.

„Es gibt in unserer Gesellschaft immer mehr gesundheitliche Beeinträchtigungen - u. a. durch Übergewicht und Diabetes“, sagt Sport-Didaktiker Volker Grabow. Der wissenschaftliche Mitarbeiter der Technischen Universität Dortmund ist vom ersten Tag an federführend bei diesem Sport-Test. Seine Studierenden sind dabei wichtige Helfer - „ohne diesen großen Stab an Betreuern wäre so ein Projekt nicht realisierbar“, gibt Matthias Kiehm zu bedenken.

„Wir wissen, dass wir nicht jedes Kind in einen Sportverein bringen können“, sieht Grabow natürliche Grenzen für das redliche Engagement - doch der SSV wird nicht müde, die Quote zu steigern. „Wir sind nach dem Sporttest auch im Gespräch mit den Schulen, bieten da unsere Hilfe an“, sagt SSV-Vorsitzende Tanja Lücking. Projekte wie das 2014 gestartete „Sportkarussell“, wobei Vereine in den offenen Ganztags-Unterricht eingebunden werden, kommen prima an. Auch die Kooperation mit dem Gesundheitsamt - auf diesem Wege werden die Eltern der Kinder auf die Bedeutung der Bewegung für ihren Nachwuchs hingewiesen - bewertet der SSV positiv. Zudem gibt es zahlreiche Stadtteil-bezogene Sportangebote.