Pilgrims Weg führt steil nach oben

NRW-Meisterin in der Bikini-Klasse III wurde Katharina Pilgrim (3. von re.) aus Witten.
NRW-Meisterin in der Bikini-Klasse III wurde Katharina Pilgrim (3. von re.) aus Witten.
Foto: WAZ

Witten..  Zu den „alten Hasen“ in ihrem Sport gehört Katharina Pilgrim zwar noch lange nicht, doch die 26-jährige Bodybuilderin eilt derzeit von Erfolg zu Erfolg. Zuletzt bei der NRW-Meisterschaft in der Duisburger Rheinhausen-Halle, wo sie die Konkurrenz in der Bikini-Klasse klar beherrschte und sich so die Fahrkarte zur Deutschen Meisterschaft sicherte, die am Samstag in Wiesloch stattfinden wird.

„Das ist zwar ein Extremsport, aber er macht mir auch extrem viel Spaß“, sagt die Bommeranerin, die an der Bochumer Ruhr-Universität ihr Master-Studium im „International Management“ absolviert. Wenn man ihren makellosen, 1,72 Meter großen, 55 kg leichten Körper beim Auftritt auf der Bühne betrachtet, mag man eigentlich kaum glauben, dass sich Katharina Pilgrim gerade erst in ihrer zweiten Wettkampf-Saison befindet. „Ich habe ja immer schon relativ viel Sport gemacht“, sagt die Wittenerin, die es in der Vergangenheit schon mit dem Formations-Tanzsport versucht hat. „Aber ich habe schnell für mich erkannt, dass mir Teamsport nicht liegt - ausprobiert hatte ich zuvor einiges.“

Nachdem sie ihr Bachelor-Studium abgeschlossen hatte, zog es Pilgrim zunächst wegen eines Jobs nach New York („ich habe eine besondere Vorliebe für diese Stadt“), letztlich wurde sie dort aber nicht richtig glücklich. Also ging es zurück ins Revier - und irgendwann entdeckte Pilgrim, deren Herz schon immer für den Fitness-Sport schlug, den Weg zum Frauen-Bodybuilding. Zur „gemäßigten“ Variante in der Bikini-Klasse - so wie bei ihrem Vorbild, der aus Venezuela stammenden Michelle Lewin. „Also habe ich weiter trainiert und mich dann einfach mal für die NRW-Meisterschaft angemeldet“, erinnert sie sich. Das war vor gut einem Jahr - und damals wurde sie Sechste. „Das konnte ich so nicht stehen lassen“, packte Pilgrim der Ehrgeiz - mit dem Resultat, dass sie nur ein Jahr später an der Spitze der NRW-Athletinnen steht und nun ihr Bundesland bei der DM vertreten darf.

„Ich bin quasi mein eigener Chef, habe keinen Trainer oder dergleichen. Ich entwerfe und fertige auch meine Wettkampf-Bikinis selbst“, überlässt die selbstbewusste junge Bommeranerin nichts dem Zufall. Natürlich müsse sie schon genau darauf achten, dass Ernährung und Sport in Einklang sind. „30 Prozent sind Sport, 70 Prozent Ernährung“ - so komme man an einen makellosen Körper, der trotz aller erkennbarer Muskel-Definition noch ästhetisch und feminin ‘rüberkommt.

„Ich bin glücklich, dass ich mich für diesen Weg entschieden habe. Es war zwar damals eigentlich absurd, dass ich da auf Anhieb mitgemacht habe - aber man kann es schaffen“, sagt Katharina Pilgrim, die gerne zugibt, dass sie trotz strenger Diät immer auch mal wieder zu einem Stückchen Schokolade greift. „Ich hab’ eben einen süßen Zahn“, so die 26-Jährige, die täglich rund zwei Stunden trainiert, sich viel über ihren Sport angelesen hat. Dass sie vorab auch schon die offene Hessische Meisterschaft gewann, gibt ihr viel Selbstbewusstsein für Samstag.