„Neustart“ erfolgt ohne Oliver Gottwald

Nicht mehr länger Trainer des TuS Heven ist Oliver Gottwald (re., hier mit Torwarttrainer Thomas Trunkhan).
Nicht mehr länger Trainer des TuS Heven ist Oliver Gottwald (re., hier mit Torwarttrainer Thomas Trunkhan).
Foto: Oliver Schinkewitz
Was wir bereits wissen
Der abstiegsbedrohte Westfalenligist TuS Heven 09 hat sich mit sofortiger Wirkung von seinem bisherigen Trainer Oliver Gottwald getrennt.

Heven..  Ein Paukenschlag am Haldenweg, der jeden Silvester-Böller wie eine Knallerbse wirken lässt: Der abstiegsbedrohte Westfalenligist TuS Heven 09 hat sich mit sofortiger Wirkung von seinem bisherigen Trainer Oliver Gottwald getrennt. Laut dem Sportlichen Leiter Peter Kluth „in beiderseitigem Einvernehmen“ - doch so ganz geräuschlos scheint die Beendigung von Gottwalds zweiter Trainer-Amtszeit in Heven wohl doch nicht vonstatten gegangen zu sein.

„Ich bin verärgert und enttäuscht darüber, dass sich der Verein jetzt zu diesem Schritt entschlossen hat“, gab Gottwald unumwunden zu. Am Anfang der Woche habe man sich zusammengesetzt, um laut Kluth „eine Analyse der Hinrunde und der sportlichen Lage“ vorzunehmen. Dabei ging es auch um die Perspektiven für die anstehende zweite Saisonhälfte - „und dabei sind wir zu dem Schluss gekommen, einen Neuanfang zu starten“, wie es Peter Kluth formulierte. Aktuell nämlich liege der TuS Heven als Tabellen-13. über dem „Strich“, überwintert nicht auf einem Abstiegsplatz. „Wir haben die Grundlage geschaffen, in der Liga bleiben zu können“, so Gottwald.

Mit dem bisherigen Spielermaterial wäre es jedoch denkbar schwierig geworden, den Absturz in die Landesliga zu vereiteln. Zumal es das Auftaktprogramm nach der langen Winterpause wieder in sich haben wird - die Hevener treffen dann in den ersten sieben Spielen auf nahezu die komplette Garde der Titelanwärter. Nach den bisherigen 16 Partien hat der TuS Heven gerade mal zwölf Pünktchen gesammelt, lediglich drei Partien gewonnen und vor allem besorgniserregende 49 Treffer kassiert (Liga-Höchstwert).

Gründe genug also für den Vorstand der Fußball-Abteilung, die Besetzung des Trainerpostens zu überdenken. Zumal schon gegen Ende der Hinrunde angesichts der teilweise beschämenden Auftritte die Kritik an Oliver Gottwald zunahm. „Durch das neu formierte Team zu Saisonbeginn war es sicherlich schwer für Oliver Gottwald - aber um nun etwas Neues aufzubauen, war die Trennung die beste Lösung“, wie Kluth betonte.

Einen Nachfolger haben die Hevener noch nicht parat - wohl aber „zwei oder drei Kandidaten“. Einer davon ist Mark Heinrich, der aktuell bei Landesligist Hedefspor Hattingen am Ball, coachte die Hevener schon zum Ende der vorigen Spielzeit. „Ja, Heinrich ist eine Option“, so Kluth. Doch erst wenn Vorsitzender Paul Rehwinkel aus dem Urlaub zurück sei, wolle man sich am Montag zusammensetzen und das weitere Vorgehen diskutieren. „Unser Ziel ist der Klassenerhalt - ich denke, das ist machbar“, sagte Peter Kluth.

Personell wird sich einiges tun beim TuS Heven, sechs Abgänge stehen bereits fest. Jetzt geht es darum, die entstandenen Lücken adäquat zu schließen. Mit David Nyenhuis, Demir Mustic und wohl auch mit Volkan Kiral werden drei ehemalige Hevener in Bälde ihr Comeback beim Westfalenligisten feiern. Durchaus möglich, dass noch weitere Rückkehrer hinzukommen. So wird im Umfeld des TuS Heven darüber spekuliert, dass sich die Offensivspieler Maik Knapp (TSV Marl-Hüls) und Alexander Nour (DSC Wanne-Eickel) auch bald wieder das blau-weiße TuS-Trikot überstreifen. „Natürlich würden wir beide gerne wieder bei uns sehen, aber sie haben noch Verträge bei anderen Clubs. Wir müssen sehen, was machbar ist“, erklärte Peter Kluth. Ganz so günstig dürfte dieses Unterfangen auch nicht werden - und so darf man getrost fragen, wie auf diese Weise der vom Sportlichen Leiter angekündigte weitere Sparkurs wirklich eingeschlagen werden kann.

Für Oliver Gottwald jedenfalls „hat sich das Kapitel TuS Heven jetzt erledigt“, wie der 44-Jährige mitteilte. „Man wird sehen, was da jetzt passiert - ich verfolge das dann aus der Entfernung.“