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A-Kreisliga - Interview

Mosaiksteinchen gesucht

03.08.2010 | 17:00 Uhr
Mosaiksteinchen gesucht
FSV-Spielertrainer Bülent Duman (li.) nimmt sich Vedat Ali zur Seite und redet ihm vor einem Spiel bei der Stadtmeisterschaft gut zu.

Witten.Seinen ersten „echten“ Auftritt hatte Bülent Duman (35), seit einer Woche neuer Spielertrainer des A-Kreisligisten FSV Witten 07/32, am vergangenen Wochenende bei den Stadtmeisterschaften. Was er beim Bezirksliga-Absteiger erreichen will und was seine grundlegende Philosophie ist, verriet er WAZ/WR-Mitarbeiter Felix Groß im Interview.

Wie haben Sie eigentlich vom Weggang von Aykan Özer erfahren?

Duman: Letzten Dienstag rief mich Vorsitzender Murat Sariboga an, teilte mir Aykans Entscheidung mit und hat mich gefragt, ob ich nun als Spieletrainer einsteigen möchte. Ich weiß nicht genau, warum Aykan aufgehört hat. Konkret konnte ich mit ihm darüber bislang noch nicht sprechen.

Wo könnten die Gründe für seine Entscheidung liegen?

Vielleicht hat er sich mit der Zielsetzung „Aufstieg“ zu viel Druck gemacht. Eventuell hat er befürchtet, dass bei einem neuen Vorstand die Rückendeckung verloren geht. Aber so ist das Geschäft doch. Vorstände kommen und gehen.

Wollen Sie die von Özer formulierten Saisonziele denn aufrechterhalten?

Ich würde einen Teufel tun, zu sagen, wir steigen mit definitiver Sicherheit auf. Die Mannschaft hat zwar das Potenzial, oben mitzuspielen, aber es gibt keinen definitiven Aufstieg. Damit macht man sich selbst und den jungen Spielern einen enormen Druck. Das Team muss sich erst einmal finden - nach dem Weggang einiger Spieler wie Marvin Weusthoff oder Fabian Kieck sind Mosaiksteinchen verschwunden, die vorher zu einem echten Team gehörten. Inwieweit Atilla Kartal oder ich diese Lücken füllen können, weiß ich nicht.

Sie reden gern vom Teamgedanken, vom Kollektiv. Wie wichtig ist Ihnen dieser Punkt?

Sehr wichtig. Es muss eine intakte Gemeinschaft geben. Es soll sich auch niemand mir unterwerfen. Jeder soll sich lediglich einordnen, vom Vorstandsvorsitzenden bis zum Mannschaftsbetreuer. In der Mannschaft muss jeder vor jedem Respekt haben. Man kann sich das vorstellen wie bei einer guten Cocktailmischung: Von oben bis unten muss alles stimmen.

Wo sehen Sie noch Defizite bei ihrer Mannschaft?

Bei den Stadtmeisterschaften konnte ich einige Sachen feststellen. Im Defensivbereich müssen wir viel stabiler werden, wir müssen mit deutlich mehr Druck nach vorne spielen. Sonst schießt du schließlich keine Tore. Da müssen wir im Training ansetzen - dazu jedoch brauche ich mehr Spieler. Zu viele Jungs haben kaum trainiert oder sind noch im Urlaub. Andernfalls habe ich kaum Alternativen. Und ich sage es nochmal: Atilla Kartal, Christoph Schmitt und ich können vielleicht ein einziges Spiel entscheiden - aber keine ganze Saison, geschweige denn einen Aufstieg.

Felix Groß

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