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Judoka Luis Bock

Meister der Balearen

09.01.2008 | 20:25 Uhr

Als Klaus Lohmann, Vorsitzender des Stadtsportverbands Witten, an einem kalten Dezembertag des vergangenen Jahres die Jugendförderpreise im Haus des Sports überreichte, weilte einer der zu Ehrenden in südlicheren Gefilden.

Luis Bock, Judoka der SU Annen. Bei der SUA betreibt er seit seinem sechsten Lebensjahr Judo. Seit seinem achten Lebensjahr lebt er mit seiner Familie in der Nähe von Inca, der zweitgrößten Stadt der Baleareninsel Mallorca. „Meine Mutter hat mir erzählt, dass meine Oma von meiner Ehrung in der Zeitung in Witten gelesen hat”, erzählt der 16-Jährige, der eine spanische Schule besucht und im ersten der dort üblichen zwei Abitur-Jahre ist. Die Ehrung habe ihn gefreut. Spanien und Judo erscheint auf den ersten Blick als eine etwas exotische Kombination. Und es ist auch nicht gerade die Lieblingssportart der Iberer. „Fußball und Basketball stehen ganz oben”, sagt Luis Bock. Judo sei nicht so bekannt. Mannschaftskämpfe und Ligen wie sie in Deutschland üblich sind, kennen die Spanier nicht. Und doch muss er dort, wo so viele Deutsche am liebsten Urlaub machen, auf seine Lieblingssportart nicht verzichten. Er trainiert bei Judo Olimpic Palma. „Dort wird allerdings nicht so intensiv trainiert wie zum Beispiel in Annen. Drei Mal in der Woche steht Luis jeweils eineinhalb Stunden auf der Matte. Und auch gleichstarke Altersgenossen gibt es für ihn kaum”, erzählt sein Vater Michael Bock. Die Trainer seien aber sehr engagiert. Und auch Luis Bock ist engagiert. Und erfolgreich. In Spanien genauso wie in Deutschland. Die größten Erfolge in der Heimat feierte er im vergangenen Jahr. Er wurde Westdeutscher U17-Meister, holte danach bei den „Deutschen” Silber. Mit dem Team aus Nordrhein-Westfalen gewann er die nationale Mannschaftsmeisterschaft. In naher Zukunft wird es Luis Bock erst einmal schwieriger werden, Erfolge in Serie zu feiern. Und das nicht nur, weil der 16-jährige Blondschopf mittlerweile in der 83-kg-Klasse auf die Matte geht. „Im August werde ich siebzehn Jahre alt, das heißt, dass ich nun in der U20 antreten muss”, erzählt er. Und da bekommt er es meist mit älteren und folgerichtig erfahreneren Konkurrenten zu tun. „Da sind schon einige schwere Brocken dabei. Die erste Zeit in der neuen Altersklasse wird sicherlich hart werden”, erzählt er. Kontakt in die sportliche Heimat, nach Annen, hat er noch. Und daher freut er sich besonders auf den Februar. Dann werden in Münster die Westdeutschen Einzelmeisterschaften der U20 ausgetragen. Bock wird einige seiner SUA-Kollegen wiedersehen. Und es bleibt sicherlich auch Zeit, mal in Witten vorbeizuschauen. Zurück von Mallorca nach Deutschland - für immer - das kann sich der blonde Teenager allerdings nicht vorstellen. Selbst nicht, obwohl es schon reizvoll wäre in einer deutschen Liga zu kämpfen. „Ich bin einfach verknallt in Mallorca”, erzählt der 16-Jährige. Wer kann es ihm verdenken. Vor zwei Tagen - so erzählt Luis Bock fast beiläufig - sei dort noch T-Shirt-Wetter gewesen.

Dietmar Mauer

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