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London schwebt über allem

27.01.2012 | 18:23 Uhr
London schwebt über allem
Mischt schon lange in der Weltspitze mit und will bei Olympia eine Medaille angreifen: Lisa Norden (2. von re.).

Witten.2012 wünschen sich viele Triathleten das Rennen ihres Lebens: bei den Olympischen Spielen in London. Das ist bei Lisa Norden aus dem Bundesliga-Kader des Stadtwerke-Team (TG Witten) nicht anders. Und die Schwedin darf sich nach den Erfolgen der letzten Jahre durchaus berechtigte Chancen ausrechnen, die Ziellinie im Hyde Park als Erste zu überqueren.

„Es ist schon ein wenig aufregend, im Jahr 2012 angekommen zu sein. Die Zeit rennt, ich habe das Gefühl, als sei ich erst vor wenigen Tagen in den Pyrenäen gewesen, um mich auf die Spiele in Peking vorzubereiten“, ist Olympia das bestimmende Thema für jeden Sportler. Momentan ist Norden aber tatsächlich in Canberra (Australien) und voller Tatendrang für 2012, auch wenn die vergangene Saison wegen einiger Verletzungssorgen nicht ganz nach ihren Vorstellungen verlaufen ist.

„Letztes Jahr war für mich auf verschiedenen Ebenen nicht einfach. Aber vor allem hasse ich es, wenn ich das Gefühl habe, mich rückwärts zu entwickeln, und 2011 hatte ich dieses Gefühl definitiv. Seit 2008 sind die Erwartungen an mich und auch meine eigenen stetig gestiegen und es folgten auch die Ergebnisse, aber 2011 war trotz guter Resultate zum Ende anders.“

2009 und 2010 hatte sich die 27-Jährige mit WM-Medaillen schmücken können, 2011 konnte sie erst zum Saisonabschluss in den USA Siege feiern. „Das war natürlich super, aber irgendwie hatte ich im gesamten Jahr nicht den Eindruck, die Kontrolle über meine Leistungen zu haben, sondern verspürte kontinuierlich den Drang, einfach nur meinem gewohnten Fitnesszustand hinterher zu trainieren.“ Ihre Erfolge erzielte sie zudem in Rennen ohne Windschattenfreigabe auf dem Rad, so dass sie viel von ihrer immensen Stärke in der zweiten Triathlon-Disziplin profitieren konnte. „Aber es war natürlich fantastisch, wieder auf den Podien zu stehen, und das hat auch meine Motivation nachhaltig beflügelt.“

Im aktuellen australischen Sommer hat die Stadtwerke-Team-Athletin zwar schon wieder leichte Probleme mit ihrer Wadenmuskulatur hinter sich, aber die ließen sich durch gezielte Trainingsplanung, das heißt mehr Schwimm- als Lauftraining, schnell in den Griff bekommen.

Das hat die Stimmung Nordens auch nachdrücklich beeinflusst. Insofern ist sie „einfach nur darum bemüht, jeden Tag im Training die Dinge zu tun, die erforderlich und machbar sind, ohne zu viele belastende Gedanken einzustreuen.“

Aber genau das fällt ihr nicht wirklich einfach. „Ich habe große Hoffnungen für dieses Jahr“, gibt sie unumwunden zu. „Ich würde gerne zu den Olympischen Spielen reisen, nachdem ich ein halbes Jahr Training hinter mir habe, von dem ich weiß, dass ich das getan habe, was mir möglich war.“ Und in London möchte sie „das Rennen ihres Lebens machen und mit einer Medaille nach Schweden und Witten zurückkehren. Wenn das nicht klappt, ich allerdings der Überzeugung bin, dass ich alles aus meinem Körper herausgeholt habe, dann wäre ich auch nicht unglücklich.“

Verständlicherweise thront Olympia über allen anderen Zielen für 2012, aber genau die will Wittens beste Triathletin ebenfalls nicht aus den Augen verlieren. „Natürlich habe ich auch wie Weltmeisterschaftsserie im Visier, in der ich schon Zweite und Dritte wurde. Auch da möchte ich wieder in das Geschehen um die vorderen Plätze eingreifen.“ Zudem möchte sich die Schwedin noch ein paar Reserven für die Rennen in den USA aufhaben, wo sie in Dallas, Los Angeles und in Des Moines ihre Krone zu verteidigen hat.

Bei all’ dieser Wettkampf-Planung hat Norden außerdem noch einen wirklich wichtigen Aspekt schon jetzt im Visier. „Wenn das WM-Finale in Auckland vorbei ist, werde ich irgendwo am Pazifik Urlaub machen - und dabei bin ich mir sicher, das dies ein guter Moment 2012 sein wird.“

Oliver Kubanek

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