Kritische Worte trotz Fünf-Tore-Erfolg

Der Ungar Tibor Sipos (M.) warf am Samstag vier Tore für den TuS Bommern.
Der Ungar Tibor Sipos (M.) warf am Samstag vier Tore für den TuS Bommern.
Foto: Oliver Schinkewitz

Recklinghausen.. PSV Recklinghausen II -
TuS Bommern 19:24

Zuschauer: 80.
TuS: Kilfitt; F. Jung, Gebel (2), Grajcar (2), M. Jung, Burbaum (4), Reichelt (1), Wichmann, Groß (5), Sonnenschein, Tarlinski (6), Sipos (4/2).

Zwei Punkte im Schongang hat Landesliga-Tabellenführer TuS Bommern am Samstag eingefahren. Gegen Schlusslicht PSV Recklinghausen II lag die Mannschaft von Trainer Ingo Brebach nach wenig glanzvollen 60 Minuten mit 24:19 (13:9) vorn.

So ganz nach dem Geschmack des Perfektionisten auf der Bommeraner Bank war das natürlich nicht. Obwohl sein Team beinahe über die gesamte Spielzeit hinweg - lediglich beim 2:2 schafften es die Recklinghäuser einmal, auszugleichen - in Führung lag, rief Brebach immer wieder seine Kommandos lauthals auf den Platz, stauchte seine Akteure auch mal zusammen, wenn es nicht so lief und gestikulierte, dass es einem beinahe schwindelig werden musste. Auf der Zielgeraden einer bislang so herausragenden Saison der Bommeraner Handballer duldet der Coach einfach keinen Schlendrian - vermutlich ist auch das ein Erfolgsrezept des Spitzenreiters, der nun noch vier Punktspiele vor der Brust hat.

„Mir war das einfach zu kompliziert, was wir da teilweise gespielt haben“, monierte Ingo Brebach. „Ich hätte es schon ganz gerne, wenn sich meine Mannschaft auch an das hält, was ich ihr sage“, ergänzte er nach dem Schlusspfiff. Allerdings, und da wurde der 37-Jährige schon ein wenig entspannter: „Natürlich ist das Jammern auf recht hohem Niveau - immerhin war unser Sieg zu keinem Zeitpunkt gefährdet.“ Kein Widerspruch.

Vor allem zwei Bommeraner Akteure drückten der Partie in den ersten 20 Minuten ihren Stempel auf. Marcel Tarlinski im rechten Rückraum und Linksaußen Felix Groß zeichneten für alle TuS-Treffer bis zum 8:5 (20.) verantwortlich. Allerdings ließen die Wittener vorne auch einige gute Chancen liegen, bissen sich am Recklinghäuser Schlussmann teils die Zähne aus. So wurde es alles andere als ein Spaziergang für den Meisterschafts-Aspiranten, dessen deutlichste Führung mal sechs Treffer betrug (13:7).

Der Liga-Primus war auch im zweiten Abschnitt die klar spielbestimmende Mannschaft, stand in der Defensive sicher und hatte in Mathias Kilfitt einen gewohnt souveränen Rückhalt. Nach 43 Minuten hieß es 20:13 für die Gäste, als Marcel Tarlinski mit Vehemenz eines seines sechs Tore warf. Fraglos wäre ein weitaus deutlicheres Resultat drin gewesen, hätten die Bommeraner nicht eine Großchance nach der anderen versemmelt. Vor allem Paul Reichelt patzte mit einigen Gegenstößen, scheiterte immer wieder am jungen PSV-Keeper.

In der Schlussphase machten die Wittener dann noch einmal Ernst, warfen drei Tore in Serie zum 24:16-Zwischenstand (55.). Kurz vor dem Ende gestattete man den Recklinghäusern, die sich weiterhin nach Kräften wehrten, noch drei Treffer durch Routinier Gerwin Pommerenke. Beim TuS Bommern gefiel neben Keeper Mathias Kilfitt und den beiden Haupttorschützen der ersten Hälfte (Groß, Tarlinski) vor allem Lukas Burbaum.