In Durchholz gehen die Lichter aus

Die Herren der SF Durchholz um Ugur Yoldas (am Ball), der zuletzt gleich fünf Treffer erzielte, müssen sich eine neue sportliche Heimat suchen.
Die Herren der SF Durchholz um Ugur Yoldas (am Ball), der zuletzt gleich fünf Treffer erzielte, müssen sich eine neue sportliche Heimat suchen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Verein verschwindet nach der aktuellen Spielzeit im Sommer von der Bildfläche. Nachfolge für den scheidenden Vorstand wurde nicht gefunden.

Durchholz..  Seit Jahren ist es kein Geheimnis, dass das ehrenamtliche Engagement in deutschen Vereinen immer mehr abnimmt. Im schlimmsten Fall führt das zur Auflösung eines Vereins - genau so wird es mit den Sportfreunden Durchholz im Sommer einem Wittener Club ergehen. Für den scheidenden Vorstand finden sich schlicht keine Nachfolger.

Mit drei Mannschaften sind die Sportfreunde aktuell noch im Spielbetrieb des Fußballkreises Bochum vertreten. Die Herren starten in der B-Kreisliga, die Damen in der A-Liga und die A-Junioren - mittlerweile die einzige Jugendmannschaft der Wittener - gehen in der C-Liga auf Torejagd. Nach der aktuellen Saison ist damit Schluss, der Verein wird von der Bildfläche verschwinden. Hoffnung auf eine kurzfristige Lösung gibt es nicht mehr. „Der Entschluss steht fest, die Sportfreunde Durchholz wird es ab dem Sommer nicht mehr geben“, so Marc Helmholz, der noch den Vorsitz innehat.

Das Problem des Vereins ist so einfach wie unlösbar: Helmholz hatte schon vor geraumer Zeit angekündigt, das Amt des Vorsitzenden nicht weiter fortführen zu wollen. Ein Nachfolger konnte nicht ausfindig gemacht werden. „Das ist unser Kernproblem. Weder für mich, noch für einige andere Vorstandsmitglieder wurde Ersatz gefunden“, schildert Helmholz, der den Sportfreunden seit acht Jahren vorsteht, das Dilemma. Die Konsequenz - die Auflösung des Vereins. Die aktuelle Saison wird noch bis zum Ende abgewickelt, danach gehen die Lichter bei Durchholz aus. Aktuell beschäftigt man sich mit dem genauen und korrekten Ablauf einer solchen Auflösung. „Ich bin persönlich sehr traurig über diese Entwicklung. Mir hat der Verein viel bedeutet“, macht der scheidende Vorsitzende keinen Hehl aus seiner Enttäuschung.

Unklar ist noch, wie es mit den bestehenden Mannschaften weiter geht. Die Herren sind mit Rang fünf in der B-Liga ordentlich platziert, das Team wird sich nach Saisonende aber wohl in alle Himmelsrichtungen zerstreuen. Für die A-Junioren steht ohnehin der Sprung in den Seniorenbereich an. Lediglich bei der Damen-Mannschaft besteht berechtigte Hoffnung, dass die Elf zum Großteil zusammen bleiben wird. „Wir arbeiten gerade an einer vernünftigen Lösung und haben bereits einige Gespräche geführt. Der Stamm des Teams wird zusammen bleiben“, so Trainer Kevin Andresen, der jedoch noch nicht verraten wollte, wie genau diese Lösung aussieht.

Auch er bedauert die Auflösung: „Marc Helmholz und einige andere haben stets um das Überleben gekämpft und viel Freizeit investiert. Aber irgendwann ist das Ende erreicht für einen so kleinen Verein.“ Zudem sieht er den Umzug aus dem alten Waldstadion an den Goltenbusch im Jahr 2012 kritisch: „Früher war bei uns oben alles viel familiärer, da hatten wir noch deutlich mehr Einnahmen.“