Imres Dutzend ebnet den Weg
27.11.2011 | 11:46 Uhr 2011-11-27T11:46:00+0100
Bommern.TuS Bommern -
TV Schwitten30:29
So kann es laufen, wenn man mit Herz, Leidenschaft und Kampfgeist bei der Sache ist. Dann hat auch eine personell arg gebeutelte Verbandsliga-Truppe des TuS Bommern die Chance, einen vermeintlich „Großen“ zu knacken. Am Samstagabend schwangen sich die Grün-Weißen zu einem verdienten 30:29 (18:15)-Erfolg über Oberliga-Absteiger TV Schwitten auf, fuhren endlich den ersten Saisonsieg ein.
Manch einem aus dem näheren Umfeld der Bommeraner war vor der Partie reichlich mulmig, denn bei den Gastgebern fehlte in dieser so wichtigen Partie ein gutes halbes Dutzend Stammspieler. Tibor Sipos und Daniel Lieber konnten ebenso wenig mitwirken wie der Langzeitverletzte Felix Groß. Hinzu kam, dass sich am Donnerstag auch Keeper Bastian Thomas am Fuß verletzte - jetzt stand das Team von Trainer Dirk Hille nur noch mit einem etatmäßigen Schlussmann da. Auch Tim Rinke (krank) und Marcus Meister (Knieprobleme) setzten aus, der ebenso vergrippte Bastian Keeler spielte nur für ein paar Minütchen mit.
Doch dafür sprangen diesmal andere in die Bresche, wuchsen gegen den vorab sicher favorisierten TV Schwitten förmlich über sich hinaus. Spielmacher Marius Jung war endlich wieder der „Alte“, zeigte vorne gute Aktionen und packte in der Abwehr kernig zu. Claas Lindemann ergriff seine Chance im rechten Rückraum, warf fünf ganz wichtige Tore.
Herausragender Mann beim TuS Bommern war aber der Ungar Balazs Imre, der nahtlos in die Rolle von Landsmann Tibor Sipos im linken Rückraum schlüpfte. Allein in Halbzeit eins gelangen ihm acht blitzsaubere Treffer - am Ende waren es sogar zwölf. Nach ausgeglichenem Beginn warf der TuS Bommern nach 15 Minuten beim 9:7 die erste Zwei-Tore-Führung heraus. Die kurze Deckung gegen Schwittens Dreh- und Angelpunkt Tihomir Knez fruchtete weitgehend, auch wenn er nie ganz auszuschalten war. Nach 26 Minuten hieß es dann gar 15:12, zur Pause 18:15 - drei Treffer Vorsprung für eine derart dezimierte TuS-Sieben, das war aller Ehren wert.
Und obwohl man befürchten musste, dass die Rumpftruppe der Hausherren später einbrechen würde, bissen sie sich weiter famos durch und verteidigten ihre Führung. Bis auf vier Treffer wuchs das Polster an (25:21/46.; 26:22/48.) - allmählich glaubte auch das Publikum an die faustdicke Überraschung. Doch es wurde noch einmal mächtig eng. Aus dem 28:25 wurde flugs ein 28:28 - nur noch zwei Minuten waren zu spielen. Dann netzte Oliver Born von Rechtsaußen - 29:28. Als die etwas übereifrigen Unparteiischen dann für eine doppelte Schwittener Überzahl sorgten, erreichte die Zitterpartie ihren Höhepunkt. Doch das 29:29 beantwortete Claas Lindemann mit einem beherzten Solo - 30:29 (60.). Der letzte Gästewurf von Tihomir Knez flog weit am Kasten vorbei - endlich war der erste TuS-Erfolg dieser Saison eingetütet.
TuS: Bauer, Wiesenmüller (n.e.); Rinke (n.e.), Jung (4), Imre (12), Siemienowski (3), Lindemann (5), Reichelt, B.Kessler, Grajcar (3), Born (3/1), Schäfer, Dickmann (n.e.).
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