Im Überschwang der Emotionen

Der Türkischer SV um Halil Krasniki (li.) kassierte gegen den SV Herbede in der Zwischenrunde des Sparkassen Hallencups gleich drei Rote Karten.
Der Türkischer SV um Halil Krasniki (li.) kassierte gegen den SV Herbede in der Zwischenrunde des Sparkassen Hallencups gleich drei Rote Karten.
Foto: Funke Foto Service
Was wir bereits wissen
Hektische Partie des Türkischen SV gegen SV Herbede sorgt immer noch für Diskussionen und geteilte Meinungen. Alp bekräftigt „Fairplay“

Witten..  Am ersten Turniertag des Sparkassen-Hallencups 2015 war noch nicht abzusehen, dass in der Zwischenrunde ein Sturm der Entrüstung über die Husemanhalle hereinbrechen sollte. Im Mittelpunkt der Diskussionen stand der Türkische SV, der sich in der Partie gegen den SV Herbede gleich drei Rote Karten fing und danach sogar einen Boykott erwägte.

„Das Handspiel auf der Torlinie war sicherlich der Auslöser für die die ganze Aufregung“, ist sich Fachschaftsleiter Georg Fehrentz sicher. TSV-Stürmer Atilla Kartal sprang die Murmel bei einer Rettungstat auf der Torlinie an die Hand bzw. den Arm. So genau konnte das in diesem Sekundenbruchteil wohl niemand sehen. „Viele Zuschauer und Kollegen, mit denen ich mich unterhalten habe, meinten, es wäre kein Handspiel gewesen“, sagt der Vorstandsvorsitzende des TSV, Hayrullah Alp. Fest steht: Der Unparteiische stellte Kartal mit Rot vom Feld. Eine harte Entscheidung, was die bei den Akteuren ohnehin schon großen Emotionen in der voll besetzten Halle auf den Siedepunkt brachte.

Kurz vor Schluss flogen schließlich auch noch Celil Kirdar für ein grobes Foul an Gianluca Silberbach und Yunus Yasar vom Parkett. Der TSV-Keeper hatte den Schiedsrichter nach einer Zeitstrafe unsportlich beklatscht. Beim Türkischen SV fühlte man sich spätestens jetzt klar benachteiligt. Georg Fehrentz kann das Verhalten des Schiedsrichters allerdings nachvollziehen. „Ich verstehe, dass die jungen Unparteiischen dann auch einmal dünnhäutig reagieren, wenn ständig diskutiert wird“, so der Fachschaftsleiter, der gleichzeitig aber auch mehr Besonnenheit von allen Beteiligten fordert. „Manchmal wäre es gut, seitens der Spielleitung ein wenig Gelassenheit auszustrahlen“, meint er. „Man fühlt sich eben ungerecht behandelt und weiß in der Hektik nicht immer genau, wie man sich wehren soll. Da sagt oder tut man halt schnell ‘mal das Falsche“, fügt Alp noch an.

Das gilt wohl auch für die Aussage von Ozan Soydan, Sportlicher Leiter des TSV, der einen Boykott des Turniers im kommenden Jahr in den Raum stellte. „Da ist noch nichts entschieden“, rudert Alp schnell zurück. Denn eigentlich wolle man sich bei einem so tollen Turnier auch in Zukunft präsentieren und in erster Linie mit sportlichem Erfolg glänzen. Dass nun vorrangig über das vermeintlich unsportliche Verhalten des Vereins debattiert wird, stößt dem Vorsitzenden sauer auf. „Wir sind ein Fußballverein und stehen für das „Fairplay“ ein. Das heißt, dass wir nicht bevorzugt, aber eben auch nicht benachteiligt werden wollen“, macht Alp deutlich. Am meisten ärgert es ihn, dass man in den kommenden Wochen nun auf drei wichtige Stammspieler verzichten muss. Denn das bleibt nach allen Diskussionen letztlich als Konsequenz zurück.