Glöckner blickt entschlossen in die Zukunft

Als erfahrener Akteur gehört Mathias Veit (re.) zu den absoluten Stützen des Teams. Doch es fehlt der Nachwuchs bei der TG Witten.
Als erfahrener Akteur gehört Mathias Veit (re.) zu den absoluten Stützen des Teams. Doch es fehlt der Nachwuchs bei der TG Witten.
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Was wir bereits wissen
Trainer der TG Witten zieht ein positives Fazit nach seinem ersten halben Jahr an der Seitenlinie. Langfristig will man eine Jugendabteilung aufbauen.

Witten..  Seit knapp einem halben Jahr lenkt David Glöckner als Cheftrainer nun schon die sportlichen Geschicke des Basketball-Oberligisten TG Witten. Bereut hat er sein Engagement in der Ruhrstadt bislang nicht, denn der 34-Jährige fühlt sich so wohl, dass er durchaus langfristig denkt und einige Pläne hat.

Als Glöckner im Sommer von den Damen der AstroStars Bochum (Oberliga) nach Witten wechselte, sprach TG-Abteilungsleiter Jan Behler von einer „richtig guten Lösung“. Der neue Coach brachte gleich eine ganze Menge Erfahrung als Trainer mit. Mit der U18 des TVE Barop schaffte er den Aufstieg in die NRW-Liga und zog darüber hinaus schon beim ATV Dorstfeld und Oberligist ASC 09 Dortmund die Fäden. Als Spieler führte ihn sein Weg bis in die erste Regionalliga. Der Sport- und Englischlehrer ist ehrgeizig und zielstrebig – absolviert neben Trainertätigkeit und Beruf gerade noch ein Aufbaustudium.

Nicht zuletzt deshalb könnte sich Glöckner als Glücksgriff für die Turngemeinschaft erweisen. Denn um die sportliche Weiterentwicklung des Herrenteams zu gewährleisten, würde der Konzepttrainer gerne eine Jugendabteilung im Verein etablieren. Die Oberliga-Truppe befindet sich nämlich so langsam am Scheideweg. Für einige der routinierten Leistungsträger steht der Sport nicht mehr an erster Stelle. „Somit ist auch eigentlich keine Konzeptarbeit möglich“, sagt Glöckner und fügt an, dass berufsbedingte Ausfälle in der Summe einfach nicht zu kompensieren seien. „Wir haben aufgrund des Durchschnittsalters auf einigen Positionen zu wenig Konstanz im Kader“, erklärt der Coach, was neben dem Verletzungspech der Grund dafür ist, dass die TG derzeit auf dem siebten Tabellenplatz herumdümpelt. Was eigentlich möglich gewesen wäre, zeigte zum Beispiel die Leistung beim Sieg gegen die Reserve der AstroStars und ist Beleg dafür, dass Glöckner gute Arbeit leistet. Auch gegen Hamm und Werne waren Siege möglich.

Nachwuchskonzept erfordert Geduld

Ein sorgsam ausgetüfteltes Nachwuchskonzept stellt für Glöckner einen Teil der Lösung des Problems dar. „Es fehlen einfach Jungs die Druck machen. Es fehlt das Grundfundament für junge Spieler“, meint der Pädagoge, der seine Abschlussarbeit über die Streetball-Szene geschrieben hat. „Ende der 90er-Jahre sah es auf den Freiplätzen noch anders aus, da zogen wir morgens mit dem Ball in der Tasche los und kehrten in der Dunkelheit zurück“, schwelgt er in Erinnerungen. „Heute gibt es viele andere Optionen für die jungen Talente“, ergänzt Glöckner. Daher sei es wichtig die Jugendlichen „abzuholen“. Ob Probetrainings, Tage der offenen Tür oder Sichtungsturniere, Coach Glöckner und Abteilungsleiter Behler haben viele Ideen. Die Kommunikation passt und man möchte den nächsten Sommer nutzen, um die Turngemeinschaft attraktiver zu machen. „Das geht allerdings auch nicht von jetzt auf gleich“, betont Glöckner.

Kurzfristig könne er sich daher auch eine Kooperation mit den Ruhrbaskets vorstellen, die den Korbjägern aus der Jahnhalle in Sachen Nachwuchsförderung sicherlich voraus sind, aber ihren Akteuren keine Oberliga-Erfahrung gewähren können. Eine Doppellizenz für junge Spieler könnte Abhilfe schaffen und beiden Vereinen nützen. „Dazu müssten einige Leute allerdings über ihren eigenen Schatten springen“, meint der TG-Coach.

Alles in allem verspricht das kommende Jahr sowohl für Glöckner, der nebenbei noch die B-Trainerlizenz machen möchte als auch für die TG Witten spannend zu werden. „Der Wechsel nach Witten war die absolut richtige Entscheidung. Ich sehe die TG als langfristiges Projekt und bin hochmotiviert hier etwas zu bewegen“, sagt der Lehrer entschlossen. Bei den Gelbhemden wird man das gerne hören.