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Ringen - Junioren-DM

Gies, der „Gefühlsringer“

21.02.2012 | 19:43 Uhr
Gies, der „Gefühlsringer“
Yves-Heiko Gies (re.).

Witten.Das große Event dieser Woche wirft seine Schatten voraus. Anlässlich der immer näher rückenden Deutschen Meisterschaft der Junioren-Ringer (24. bis 26. Februar) in der Husemann-Sporthalle hat Gastgeber KSV Witten 07 am gestrigen Abend jene drei Kämpfer vorgestellt, die die Flagge der Ruhrstadt hoch halten sollen: Yves-Heiko Gies (-60 kg), Dennis Böddeker (-96 kg), Nico Brunner (-84 kg).

„Einfach kämpfen“ - das ist das gleichermaßen einfache wie klare Motto von Gies, dem gerade einmal 16 Jahre jungen Ringer. „Mich stört nicht, gegen wen ich kämpfe - ich lasse mich auf jeden Fall nicht unterkriegen“, geht er relativ unbeschwert ins Turnier. Dazu hat er auch allen Grund. In seiner Gewichtsklasse ringen gleich drei deutsche Meister aus dem vergangenen Jahr - jeweils die aus der -50, -55 und -60 kg-Klasse. Der ehrgeizige Gies will trotz dieser handverlesenen Konkurrenz die Flinte nicht verfrüht ins Korn werfen. „Klar nehme ich mir da etwas vor. Ich fahre da nicht hin und sage: Ich will Fünfter werden“, sagt er mit Nachdruck. Redet Nachwuchs-Trainer Kurt Schroer über die drei KSV-Teilnehmer bei den nationalen Titelkämpfen, klammert er Gies gewissermaßen aus. „Für das Rennen um die vorderen Plätze sollten wir uns auf Nico Brunner und Dennis Böddeker konzentrieren. Beide sind immer mal wieder für eine Überraschung gut“, so der 51-Jährige. Also kann Gies tatsächlich unbeschwert auftreten und genießen? „Er ist ein Gefühlsringer“, so Schroer über seinen Schützling: „Der kann ruhig unbeschwert kämpfen. Wenn man ihn zu sehr unter Druck setzt, ist das nicht unbedingt von Vorteil.“

Anders sieht es bei Brunner und Böddeker aus. „Gerade Dennis muss man fordern. Die Jungs müssen lernen, mit Erfolgsdruck umzugehen. An solchen Aufgaben wächst du“, sagt Schroer, der seinen Talenten, wie diese sagen, zuletzt „ordentlich Dampf“ gemacht habe. Doch auch Böddekers Kontrahenten sind alles andere als Kanonenfutter. Der Neuzugang aus Hohenlimburg hat mit Titelverteidiger Gabriel Fix und Silber-Gewinner David Stumpe gleich zwei junge Männer vor sich, die schon im Vorjahr groß auftrumpften. „Ich bin technisch inzwischen gut drauf. Meine Trainingsbeteiligung ist, seit ich in Witten bin, viel höher geworden. Das hat man im Wettkampf auch gemerkt. Aufgeregt bin ich schon. Aber es wird ein geiles Gefühl sein, wenn man den ersten Kampf gewinnt und dann vor voller Halle jubeln kann“, formuliert Böddeker seine Traumvorstellung.

Nico Brunner indes muss vor allem Titelverteidiger Peter Oehler (Schroer: „Ein interessanter Mann“) im Auge haben. Der für Witten startende Brunner hat vor allem deshalb gute Chancen, weil er durch das Teilinternat in Frankfurt/Oder die Möglichkeiten hat, seinen Alltag komplett aufs Ringen einzustellen.

Um die organisatorische Arbeit im Vorfeld dieses stark besetzten Wettkampfs kurz zu beleuchten: Rund 50 Ehrenamtler arbeiten schon jetzt auf Hochtouren. Am Wochenende kommen noch „20 bis 30 hinzu - und die brauchen wir auch“, so der Club-Vorsitzende Detlef Englich, der momentan täglich „von morgens an“ unterwegs sei: „Schließlich muss hier Material in großen Mengen bewegt werden.“

Felix Groß

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