Gerner kehrt dem VfB Annen den Rücken

Ellbogen sind im Abstiegskampf beim VfB Annen gefragt: Bester Torschütze der Wittener ist Patrik Pogledic (rechts) mit zehn Toren.
Ellbogen sind im Abstiegskampf beim VfB Annen gefragt: Bester Torschütze der Wittener ist Patrik Pogledic (rechts) mit zehn Toren.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Übungsleiter der Wittener wechselt nach dem Saisonende zum Dortmunder Westfalenligisten Mengede 08/20. VfB macht sich auf die Suche nach einem Nachfolger.

Annen..  Mitten im Abstiegskampf muss der Bezirksligist VfB Annen 19 eine richtig bittere Pille schlucken: Denn Trainer Thomas Gerner wird die Wittener zum Saisonende verlassen und dann beim Dortmunder Westfalenligisten Mengede 08/20 anheuern.

Seit fast genau einem halben Jahr steht Gerner als Verantwortlicher an der Seitenlinie. Zwar steht der VfB auch unter seiner Leitung derzeit auf einem Abstiegsplatz, die Vereinsverantwortlichen und die Mannschaft sind von den Qualitäten des Übungsleiters jedoch überzeugt. „Wir haben nicht ohne Grund mit Thomas für die kommende Saison verlängert und hätten gerne über die Sommerpause hinaus mit ihm weiter gearbeitet“, so Silvester Pogledic aus dem VfB-Vorstand. Gerner hatte sich bei der Vertragsverlängerung jedoch vorbehalten, die Annener verlassen zu können, falls ein höherklassiges Team anklopfen sollte.

Dieses Angebot kam nun von Seiten der Mengeder. Die Dortmunder kämpfen derzeit mit dem TuS Heven um den Klassenerhalt in der Westfalenliga. Bei acht Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge, ist die Lage jedoch lange nicht so bedrohlich wie bei den Wittenern. Trotzdem trennte man sich zuletzt von Andreas Teichmann. Achim Schütz, der Sportliche Leiter der Mengeder, suchte dann den Kontakt zu Gerner. Schütz und Pogledic kennen sich aus gemeinsamen Zeiten beim FSV Witten übrigens bestens. „Das ist eine große Chance für mich. Es war ein Traum von mir, in dieser Liga an der Seite zu stehen“, erklärt Gerner seine Motivlage.

Sofortiger Wechsel abgelehnt

Auch ein sofortiger Wechsel von Gerner zu den Dortmundern stand im Raum, doch der beliebte Trainer bleibt den Wittenern bis zum Saisonende treu. „Das hat Thomas sofort abgelehnt. Er will mit der Mannschaft unbedingt den Klassenerhalt schaffen“, betont Pogledic. Ohnehin legt dieser Wert darauf, von einer „sauberen Lösung“ zu sprechen. „Ich werde nicht zulassen, dass nun Missstimmung aufkommt oder es irgendwelche Querelen gibt“, bringt es das Vorstandsmitglied auf den Punkt. Unmittelbar nach dem Spiel bei der SpVgg. Horsthausen und der Nachricht von Gerner an die Mannschaft, setzte man sich gemeinsam in der Kabine zusammen und besprach das weitere Vorgehen. Mit vereinten Kräften soll der Sprung über den Strich gelingen.

Bereits am heutigen Mittwoch gibt es zudem eine Vorstandssitzung - Thema wird vor allem ein geeigneter Nachfolger für Gerner sein. „Wir werden uns erst einmal in aller Ruhe unterhalten. Aber uns ist schon daran gelegen, möglichst schnell zu klären, wie es weitergeht. Das würde die Planung für die neue Saison doch schon erheblich erleichtern.“ so Pogledic. Dem VfBler schmecken die ständigen Veränderungen auf der Trainerposition überhaupt nicht. Nach dem Abgang des langjährigen Übungsleiters Jens Vogt wurde man weder mit Markus Flücht, Uli Sieweke noch Lars Kerwel richtig glücklich. „Das ist jetzt mein fünfter Trainer im fünften Jahr“, beklagt Pogledic. Mehr Konstanz auf dieser Position würde dem Team ohne Frage gut tun.

Team muss Chancen besser nutzen

Aktuell steht man mit 22 Zählern auf Rang 15. Zwei Plätze weiter nach oben müsste man am Ende der Spielzeit klettern, will man den Klassenerhalt schaffen. Dort liegt derzeit die punktgleiche DJK TuS Rotthausen. Rang zwölf ist jedoch bereits schon sechs Zähler entfernt. Ihre fußballerischen Qualitäten haben die Annener oft genug zeigen können in der bisherigen Saison - Kackpunkt war oft die mangelhafte Chancenverwertung. Die muss sich nun schnellstens verbessern.