Frommhold setzt sich die Krone auf

Diesen Moment hatte sich Frommhold redlich verdient: Als Sieger läuft er in Roth über die Ziellinie.
Diesen Moment hatte sich Frommhold redlich verdient: Als Sieger läuft er in Roth über die Ziellinie.
Foto: Christoph Raithel
Was wir bereits wissen
Nach Platz zwei im Vorjahr ist der Wittener Bundesliga-Starter diesmal nicht zu schlagen. Bracht und Dellow komplettieren das Podium.

Roth..  Bereits im Vorfeld hatte sich alles auf das Duell zwischen Nils Frommhold vom Stadtwerke Team Witten und Vorjahressieger Timo Bracht zugespitzt. Nicht wenige Experten hatten dabei Frommhold den Sieg bei der Challenge Roth zugetraut - sie sollten recht behalten. Mit einer sensationellen Leistung schnappte er sich völlig verdient den Sieg beim Triathlon-Klassiker im Frankenland.

Ein Jahr nach seinem zweiten Platz konnte sich der Wittener Bundesligastarter den ersehnten Sieg bei der Challenge Roth über die Langdistanz sichern. Der 28-jährige Potsdamer gewann bei besten klimatischen Bedingungen in einer Weltklassezeit von 7:51,28 Stunden und holte damit zugleich den deutschen Meistertitel. Schneller waren in Roth bislang nur Andreas Raelert (2011 Weltbestzeit in 7:41,33 Stunden) und 1997 der Belgier Luc van Lierde (7:50,27 Stunden, damals ebenfalls Weltbestzeit). „Ich bin einfach nur überwältigt“, stammelte Frommhold im Ziel, ehe er sich mit einer Ehrenrunde bei seinen Unterstützern bedankte. „Ich wusste gar nicht, dass man da draußen so viele Tode sterben und doch immer wieder zurückkommen kann.“

Vorjahressieger Timo Bracht, der in wenigen Tagen seinen 40. Geburtstag feiert, musste nach 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen mit Rang zwei zufrieden sein. Dem Vorjahressieger fehlten im Ziel mehr als fünf Minuten auf den überragenden Frommhold. Mit einer starken Laufleistung auf den letzten zehn Kilometern verteidigte er immerhin noch den Silberrang und musste so nicht unzufrieden sein. Frommhold attestierte er einen „Traumtag“. Dritter wurde der Australier David Dellow, der exakt acht Minuten nach dem Sieger die Ziellinie überquerte.

Frommhold mischte von Anfang an vorne mit und setzte sich in der zweiten Disziplin mit dem Radspezialisten Andrew Starykowicz aus Amerika von der Konkurrenz ab. In die zweite Wechselzone kam der Wittener Triathlet als Führender und verteidigte seinen Vorsprung im abschließenden Marathon souverän. Im Ziel waren Frommhold die Strapazen seiner Gala-Vorstellung dann deutlich anzusehen.

Den Titel der Deutschen Meisterin sicherte sich Anja Beranek, die nach langer Führung einen dritten Platz im internationalen Topfeld erzielte. Yvonne van Vlerken aus den Niederlanden holte in einer starken Zeit von 8:50,53 Stunden bereits ihren dritten Sieg in Roth nach 2007 und 2008. Das Podium komplettierte die Australierin Carrie Lester auf Rang zwei. Insgesamt gingen in Roth 3400 Einzelstarter und 660 Staffeln ins Rennen, die von deutlich über 200.000 Zuschauern bejubelt wurden.