Fehrentz sieht Perspektive für den FSV Witten

Nach dem Abstieg richtet der FSV Witten den Blick nach vorne.
Nach dem Abstieg richtet der FSV Witten den Blick nach vorne.
Foto: Oliver Schinkewitz
Was wir bereits wissen
Nach dem Abstieg in die Kreisliga C richtet der Vorsitzende des FSV Witten den Blick nach vorne.

Witten..  Mit dem FSV Witten ist der Verein mit der wohl größten Tradition in der Stadt in den Niederungen der Kreisliga C angekommen. Im Gespräch mit WAZ-Mitarbeiter Marcel Kling nennt der FSV-Vorsitzende Georg Fehrentz die Gründe für den Absturz. Außerdem sagt er, wie es nun am Wullenstadion weitergeht.

Haben Sie den Schock schon verdaut oder hatten Sie sich bereits auf den Abstieg eingestellt?

Eigentlich war mir das nach dem ersten Spieltag schon klar, nachdem wir gegen Waldesrand Linden verloren hatten. Das war der vermeintlich stärkste Gegner.

Was ist in der vergangenen Saison falsch gelaufen, dass es für die Kreisliga B nicht gereicht hat?

Das Spiel gegen den AFB Bochum am Mittwoch war ein Spiegelbild der gesamten Saison. Wir hatten gute Chancen, das Spiel für uns zu entscheiden und haben zwei tausendprozentige Möglichkeiten vergeben. Da haben wir Frank Mill alle Ehre gemacht. Auch konnten wir in der Relegation nie in Bestbesetzung spielen. Zudem hatten wir über die Saison gesehen zu viele Verletzte, zu viele Undiszipliniertheiten und zu viele Sperren.

Wie nahe geht Ihnen der Abstieg als langjähriges FSV-Mitglied?

Nach außen hin ist das natürlich kein schönes Bild. Man kann ja auch sagen: Seit der Fehrentz das Sagen hat, geht es nur bergab. Die finanziellen Voraussetzungen waren allerdings auch schon mal besser. Wir können uns keine großen Sprünge erlauben.

Wie geht es jetzt weiter mit der Mannschaft?

Die Reaktion macht mir Mut. Natürlich waren die Jungs alle geknickt. Aber seit gestern beginnt für uns die neue Saison und alle wollen Gas geben, damit wir oben mitspielen können. Ein paar Spieler werden uns verlassen, aber das ist auch gar nicht so schlimm. So ein Abstieg hat manchmal auch eine heilende Wirkung. Danach kann man noch einmal ganz neu starten.

Sie sehen für den FSV Witten also weiterhin eine Perspektive?

Ja, die sehe ich. Aber man muss dafür auch einige Strukturen schaffen. Über die Kreisliga A brauchen wir vorerst nicht sprechen.

Wie ist es zu erklären, dass die dritten Mannschaften der Stadtteilklubs TuS Heven und SV Herbede höher spielt als die erste Mannschaft des zentral beheimateten FSV Witten.

Wir stehen halt in einem Verdrängungswettbewerb: Die Spieler gehen dahin, wo das Angebot am besten ist. Und damit meine ich nicht das Geld, sondern das Rundumpaket. Das hat auch nichts mit dem Standort zu tun. Es sind im ganzen Stadtgebiet Spieler verstreut, die mal beim FSV Witten gespielt haben.

Könnte man das Angebot am Wullenstadion nicht attraktiver gestalten, wenn es dort nur einen großen Klub gäbe? Stichwort: Fusion mit dem VfB Annen.

Aufgrund der aktuellen Situation in beiden Vereinen haben wir einfach noch keinen Gesprächstermin gefunden. Beim FSV ist es so, dass zu wenig Leute zu viel machen. Da müssen wir uns zunächst darum kümmern, dass das tagesaktuelle Geschäft läuft.