Englische Wochen drohen
16.02.2010 | 16:22 Uhr 2010-02-16T16:22:00+0100Witten. Auch wenn die Temperaturen langsam steigen, dem Schnee den Garaus machen und wieder etwas Grün auf den Fußballplätzen erahnen lassen, hat der Winter die Kicker doch weiterhin fest in der Hand.
Bereits am gestrigen Dienstag sagte der Kreis Bochum den kommenden Ligaspieltag sowohl für die Senioren, als auch für den Nachwuchs auf Kreisebene ab. Ein bisschen voreilig, wie Bernhard Böning, Vorsitzender des Kreisfußball-Ausschusses, findet. „Die Entscheidung ist sehr früh gefallen, so schnell werden wir nicht noch einmal einen Spieltag so zeitig absagen.” Denn bis zum Wochenende hätte sich ja noch einiges tun können.
Doch auch wenn Väterchen Frost langsam den Rückzug antritt, ist die Kuh noch nicht vom Eis. Denn selbst wenn kein Schnee mehr auf den Fußballplätzen liegt, heißt das noch nicht, dass auch gespielt werden kann. „Wenn die Oberfläche antaut, sich darunter aber noch Frost im Boden befindet, kann das Wasser nicht richtig abfließen”, weiß Rainer Brockhoff vom Stadt-Sport-Verband. In diesem Falle würden die Plätze gesperrt. Ein Blick auf den Wetterbericht der nächsten Tage lässt nichts Gutes erahnen. Temperaturen leicht über null, nachts Frost und ab Ende der Woche Regen könnten genau für dieses Szenario sorgen. Dann drohen weitere Spielausfälle.
Thomas Berndsen, Abteilungsleiter beim Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) sieht die Situation aber noch gelassen. „Selbst wenn die Wetterlage noch ein bis zwei Wochen so bleibt, bricht das noch niemandem das Genick.” Angenehm findet Rüdinghausens Trainer Christian Demtröder die Situation trotzdem nicht. Die Bezirksliga 15 hatte schon eine kürzere Winterpause und war bisher mit am schlimmsten von den Ausfällen betroffen. „Da kommen englische Wochen auf uns zu. Da die Spieler natürlich arbeiten müssen, ist es ziemlich ungünstig, wenn wir dann noch unter der Woche, eventuell sogar auswärts, spielen”, so der TuRa-Trainer. Auch für das kommende Wochenende zeigt sich Demtröder nicht optimistisch. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir spielen können.”
Beim FLVW wäre man im Extremfall zwar prinzipiell gewillt, über eine Verlängerung der Saison nachzudenken, das aber zu verwirklichen, würde sich schwer umsetzen lassen. „In den höheren Spielklassen stehen die Relegationen an”, sagt Thomas Berndsen. „Bisher war eine Verlängerung der Saison aber noch nie notwendig. Ich kenne Fälle aus dem Sauerland, da wurden sieben bis acht Spiele nachgeholt und es ging trotzdem.”
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