„Eisenbahnerinnen“ unter Druck

Durchsetzungsstark müssen Melina Prior (am Ball) und ihr ETSV Witten II in Wanne sein, um doch noch vorzeitig den Klassenerhalt zu schaffen und eine weitere Relegation gegen den Lüner SV zu vermeiden.
Durchsetzungsstark müssen Melina Prior (am Ball) und ihr ETSV Witten II in Wanne sein, um doch noch vorzeitig den Klassenerhalt zu schaffen und eine weitere Relegation gegen den Lüner SV zu vermeiden.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Reserve des ETSV Witten muss Rückspiel gegen den TV Wanne mit mindestens drei Toren gewinnen.

Witten..  Drei Tore aufzuholen ist im Handball sicherlich keine Aufgabe der Unmöglichkeit. Dennoch wird das Relegations-Rückspiel beim TV Wanne (So., 18 Uhr, Sph. Wanne-Süd) für den ETSV Witten II angesichts der Offensivschwäche ein ganz schweres Unterfangen.

Als am vergangenen Wochenende nach der Schlusssirene ein 18:21 auf der Anzeigetafel in der Jahnhalle stand, dürfte dem ein oder anderen Zuschauer, der es mit der ETSV-Reserve hielt, schon gedämmert haben, dass es eng werden könnte mit dem Klassenerhalt im ersten Anlauf. Denn mit drei Toren muss das Team von Coach Thomas Binnberg in Herne mindestens gewinnen, vorausgesetzt das Endergebnis ist letztlich höher als das Hinspielresultat - vielleicht also sogar mit vier. „Machen wir uns nichts vor, das wird eine Herkulesaufgabe“, ist sich Binnberg sicher, auch wenn die „Eisenbahnerinnen“ durchaus in der Lage sind, das Blatt noch zu ihren Gunsten zu wenden.

Das zeigte man schon im Hinspiel, als man einen frühen 1:5-Rückstand aufholte und vor der Halbzeit sogar in Führung ging, es dann allerdings verpasste diese auch auszubauen. „Da liegt unser grundsätzliches Problem in dieser Saison, die Bälle gehen einfach nicht dahin, wo sie hinsollen“, erklärt der Trainer mit Blick auf die mangelnde Chancenverwertung. Vor allem nachdem „Schalt- und Denkzentrale“ Katharina Scheibelhut nach einem Zusammenprall verletzt vom Feld musste, war das ETSV-Spiel ziemlich harmlos.

Ihren „Brummschädel“ hat die Leistungsträgerin inzwischen auskuriert, doch der Handballgott scheint es nicht gut mit den „Eisenbahnerinnen“ zu meinen, Scheibelhut knickte am Montag im Training so unglücklich um, dass ihr Einsatz im Rückspiel stark gefährdet ist. „Sie ist latent wahnsinnig und will es versuchen, doch der bunte Ballon an ihrem Fuß wird bis Sonntag nicht verschwunden sein“, plant Binnberg jetzt schon ihren Ausfall ein. Ohnehin wird der Coach ein wenig basteln müssen, so fehlen mit Sicherheit Vanessa Noth (beruflich) und Jenna Essling, die bei der Wurfabwehr mit dem Fuß unglücklich auf dem Ball landete und ebenfalls umknickte. Connie Buhren wird dagegen wohl mitwirken können.

Ob nun ersatzgeschwächt oder nicht, irgendwie werden die Ruhrstädterinnen am Sonntag Durchschlagskraft entwickeln müssen, um eine zweite Relegationsrunde gegen den Lüner SV zu verhindern. „Wanne wird Beton anrühren. Wir müssen zusehen, dass wir das Spiel schnell nach vorne bringen“, gibt Binnberg die Marschroute vor. Viele Optionen bieten sich dem ETSV II auch nicht mehr.