„Eisenbahnerinnen“ ohne Dampf

Für die zweite Mannschaft des ETSV Witten (mit Meike Ott, v.) gab’s in Lünen eine hohe Niederlage.
Für die zweite Mannschaft des ETSV Witten (mit Meike Ott, v.) gab’s in Lünen eine hohe Niederlage.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Nach 21:32-Niederlage gegen Lüner SV muss man wohl auf Schützenhilfe hoffen, um doch noch in der Landesliga zu bleiben.

Lünen.. Lüner SV -
ETSV Witten II 32:21

ETSV: Freitag, Liebelt; Bieber (6/1), Buhren (1), Jasinska (3), Kaltenhauser (2), Külpmann, Noth (2), Ott, Prior (5), Röder (1), Scheibelhut (1), Weniger, Muhr.

Letztlich ohne Chance war die ETSV-Reserve im Relegationshinspiel beim Lüner SV. Das Team von Coach Thomas Binnberg hielt lange ordentlich mit, doch in der Schlussphase brachen alle Dämme. Mit 21:32 (12:14) zog man den Kürzeren und kann damit die Hoffnungen, den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu schaffen, so gut wie begraben.

Bis in die letzten Zeigerumdrehungen hinein sah es eigentlich gar nicht nach dieser überdeutlichen Pleite aus. „Die letzten zwölf Minuten sorgten dafür, dass der Gesamteindruck im Endeffekt nun für die Tonne ist“, musste auch ein sichtlich niedergeschlagener Thomas Binnberg nach der Schlusssirene feststellen.

Die Seinen kamen schon denkbar schlecht in diese so wichtige Partie hinein und lagen nach einer guten Viertelstunde bereits mit 3:8 im Hintertreffen. Folgerichtig sah sich Binnberg per Auszeit zum Handeln gezwungen und schien damit offenbar gerade noch rechtzeitig eingeschritten zu sein. Denn in der Folge kämpften sich die „Eisenbahnerinnen“ zurück ins Spiel und erzielten sogar den Ausgleich (10:10, 25.). Zur Pause blieb man trotz 12:14-Rückstands also in Schlagdistanz.

Der knappe Halbzeitstand konnte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, was sich im zweiten Durchgang dann letztendlich bestätigen sollte. Die Ruhrstädterinnen agierten insgesamt einfach zu nachlässig. „Unsere Fehlerquote war viel zu hoch. Wir luden den LSV ja quasi zu ihren Toren ein“, erklärte der Trainer, dass man über die Partie verteilt insgesamt 37 Angriffe mit einem Fehlwurf oder technischem Fehler abschloss.

Zwar blieb man bis zum 20:24 (48.) und damit bis in die Schlussphase hinein auf Tuchfühlung mit den Gastgeberinnen, doch dann ging den „Eisenbahnerinnen“ endgültig der Dampf aus. „An den Auflösungserscheinungen hat man gemerkt, dass die Saison sehr lang war. Ich muss die Mädels in Schutz nehmen, die Akkus waren nun einfach alle“, sagte Binnberg mitfühlend. In den letzten zwölf Minuten gelang den Seinen lediglich ein weiterer Treffer, während die Spielerinnen vom Lüner SV nun leichtes Spiel hatten und das Ergebnis in die Höhe schraubten.

Das man dieses Resultat im Rückspiel noch umbiegen kann, scheint so gut wie ausgeschlossen. „Wir brauchen uns nix vormachen, es wäre schön, wenn der Soester TV gewinnt“, wusste auch Binnberg direkt, dass man nun auf Schützenhilfe angewiesen ist, um doch noch die Klasse zu halten.