Ein Spitzenteam im Zwiespalt

Bislang spielen Lisa Straube (li.) und Juliana Klinge mit der DJK BW Annen in der Oberliga eine hervorragende Saison und kommen für einen weiteren Aufstieg infrage.
Bislang spielen Lisa Straube (li.) und Juliana Klinge mit der DJK BW Annen in der Oberliga eine hervorragende Saison und kommen für einen weiteren Aufstieg infrage.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Für die Oberliga-Damen der DJK BW Annen ist die Möglichkeit eines Durchmarsches in Liga vier gar nicht mehr so abwegig - auch wenn nicht alle im Team den Aufstieg wollen.

Witten..  Die Zahlen sprechen für sich: 8:1 gegen den Mitfavoriten VfL Oldentrup, 8:0 bei Borussia Münster - die Tischtennis-Damen der DJK Blau-Weiß Annen halten in der Oberliga weiterhin Kurs auf die Regionalliga. Dem Quartett um die erfahrene Armenierin Narine Antonyan ist wirklich alles zuzutrauen. An diesem Wochenende, wenn es am Samstag (18.30 Uhr, Forum der Holzkamp-Gesamtschule) gegen den TTV Ense geht, müssen sie Blau-Weißen allerdings personell ein wenig tricksen.

„Solche Probleme hatten wir in dieser Saison noch nicht“, sagt BWA-Geschäftsführer Paulo Rabaca. Denn nicht nur, dass Juliana Klinge wegen einer privaten Wochenend-Tour nach Hamburg ausfällt - zudem müssen die zweitplatzierten Wittenerinnen auch noch ohne Top-Talent Lisa Straube auskommen, die sich eine Knieverletzung zugezogen hat und möglicherweise vor einer mehrwöchigen Zwangspause steht.

Fest eingeplant gegen Ense sind Narine Antonyan, die frischgebackene Westdeutsche Meisterin bei den Schülerinnen, Zeynep Hermi (13), und Barbara Pernack. Ein Platz im BWA-Quartett ist also noch frei - und den soll möglichst Claudia Isensee einnehmen, die sich jedoch eigentlich ein freies Wochenende erhofft hatte. „Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass sie aufgrund unserer Personallage doch einspringt“, erklärt Paulo Rabaca. Mit Isensee hätte Blau-Weiß Annen auf jeden Fall ein Team beisammen, das Ense schlagen könnte - im Hinspiel gab’s ein klares 8:3 für die BWA-Damen.

Routiniers halten nichtsvom Regionalliga-Aufstieg

Und dann? Können sich die Wittenerinnen weiterhin auf Rang zwei halten, vielleicht sogar noch Spitzenreiter SC BW Ottmarsbocholt abfangen und sich am Ende der Saison um einen Platz in der Regionalliga, Deutschlands vierthöchster Spielklasse, bewerben? „Ganz so abwegig ist das nicht - die Mannschaft hat auf jeden Fall die Qualität dazu“, sagt der Annener Geschäftsführer. Vor allem die Nachwuchsspielerinnen Zeynep Hermi und Lisa Straube würden zu gerne die Möglichkeit wahrnehmen, in der Regionalliga aufzuschlagen. Die Haltung der erfahrenen Akteurinnen, die allesamt schon höherklassig im Einsatz waren, ist da eine ganz andere. „Die würden lieber in der Oberliga bleiben“, so Rabaca. Eine Zwickmühle also für die Blau-Weißen, doch der Geschäftsführer stellt ebenso fest: „Wir sollten uns schon diese Aufstiegs-Option offenhalten - so lange wie möglich.“ Denn vielleicht ergibt sich ja noch die Chance, weitere Verstärkungen mit ins Boot zu holen. Etwa die Bochumerin Katja Jochmann vom TV Kupferdreh, der sein Team kürzlich aus der 3. Liga zurückzog. „Das wäre durchaus eine Alternative“, betont Paulo Rabaca. In der Regionalliga West wäre der Aufwand indes höher als aktuell in der Oberliga, zumal in der vierten Spielklasse Teams aus NRW und aus Hessen am Ball sind (aktuell u. a. Kassel und Langen). „Das wollen sich einige in der Mannschaft nicht unbedingt antun“, weiß Rabaca. Da herrscht also noch reichlich Gesprächsbedarf.