Ein ärgerlicher Punktverlust

Sicherer Punktesammler für die SU Annen: Der Belgier Dirk van Tichelt (li.) gewann beide Kämpfe.
Sicherer Punktesammler für die SU Annen: Der Belgier Dirk van Tichelt (li.) gewann beide Kämpfe.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Im ersten Heimkampf der Saison gab’s für die SU Annen ein 7:7 gegen den JC 90 Frankfurt/Oder. Dabei war ein Sieg durchaus machbar für die Wittener.

7:7SU Annen - JC 90 Fft./Oder

Witten..  „Das ist echt ärgerlich - da war mehr drin für uns“, meinte Bundesliga-Trainer Stefan Oldenburg nach dem 7:7 der Sport-Union Annen im ersten Heimkampf der Saison gegen ein starkes Team vom JC 90 Frankfurt/Oder. Deutlich wurde erneut das Manko in den schweren Gewichtsklassen. Die Wittener bleiben aber ungeschlagen und müssen sich demnächst beim UJKC Potsdam beweisen.

Nur zwei Heimkämpfe haben die Wittener Judo-Asse für die reguläre Saison vom DJB zugestanden bekommen - und das schon im zweiten Jahr hintereinander. Keine Frage, dass sich die Wittener da vor guter Kulisse gegen den ewigen Rivalen aus Brandenburg von ihrer besten Seite zeigen wollen. Der Auftakt allerdings ging erstmal daneben, so dass nach den Niederlagen von Max Strote (90 kg; gegen den Letten Aigars Milenbergs) und Marvin de la Croes (+100 kg; gegen Pierre Borkowski) beim Stande von 0:2 erstmal Ernüchterung einkehrte. Vor allem de la Croes machte keinen wirklich guten Eindruck, rang früh nach Luft. „Ich hatte im März eine Schulter-OP, habe gerade erst wieder mit dem Training begonnen“, klärte der niederländische Meister später auf.

Also mussten es die Teamkollegen richten - und da machte Nicki Graczyk mit seinem 80-Sekunden-Blitzerfolg gegen Nick Bobrowski den Anfang. Ganz überlegen holte danach auch Stefan Oldenburg (-81 kg) seinen Zähler gegen Toni Grape, und Marcel Haupt zauberte gegen Danny-Paul Kiel im 60-kg-Limit einen schulmäßigen Uchi-mata aus dem Hut - 3:2 für die SU Annen. Jetzt war ordentlich Stimmung im Dojo am Kälberweg - die sich noch steigerte, als der Belgier Dirk van Tichelt seinen überforderten Gegner Adrian Gutbell zum 4:2-Zwischenstand nach nur 27 Sekunden auf die Matte donnerte. Einkalkuliert hatten die Wittener die Niederlage von Lutz Behrla (-100 kg) gegen den starken Letten Evgenijs Borodavko.

Graczyk geht die Puste aus

„Bei unserer Zusammensetzung der Mannschaft für den zweiten Durchgang war mir klar, dass jetzt die Kämpfe bis 60 und 66 Kilogramm entscheiden würden“, so Stefan Oldenburg. Gleichwohl war auch immens wichtig, dass Annens Neuzugang Max de Vreeze das Ausländer-Duell mit dem Letten Milenbergs für sich entschied. Kurz vor Schluss kassierte der JC-Kämpfer seine vierte Bestrafung, fand überhaupt kein Mittel gegen den stetig im Vorwärtsgang kämpfenden Niederländer.

Lehrgeld zu bezahlen hatte Stefan Langwald, der in der Plus-Kategorie auf den Deutschen Meister Thomas Pille traf, der ihn mit einer Fußtechnik gekonnt warf. Eher unnötig hingegen war die Niederlage von Nicki Graczyk gegen Christoph Siegel. Der Annener hatte bereits mit einer großen Wertung (Waza-ari) in Front gelegen, doch ihm ging nach und nach gewaltig die Puste aus. Der Frankfurter siegte durch einen feinen Konter - das 5:5.

Für die erneute Führung sorgte abermals Stefan Oldenburg (wieder gegen Grape), doch auch Marcel Haupt war gegen Jörg Onufriev nicht in der Lage, eine Führung ins Ziel zu retten, sondern kassierte einen krachenden Schulterwurf nach rund drei Minuten - 6:6. Auch wenn Dirk van Tichelt am vorletzten Duell gegen den gut verteidigenden Oliver Lodtka lange zu knabbern hatte - am Ende landete er mit einem herrlichen Seoi-nage die entscheidende Technik zum 7:6. Mehr als ein Remis aber war für die Wittener am Ende doch nicht drin, weil Ersatzmann Björn Hangebrauck gegen den bulligen Letten Borodavko rein gar nichts auszurichten hatte, schnell vier Strafen kassierte.