„Die USA sind eine verdammt harte Nuss“

1 Aktuell steht die Weltmeisterschaft der Frauen in Kanada im Blickpunkt von Fußball-Deutschland. Wie sieht es bei Ihnen aus? Schauen Sie sie Spiele? Interessieren Sie auch Begegnungen ohne deutsche Beteiligung?

Andresen: Ich verfolge die Weltmeisterschaften mit großem Interesse und habe schon viele Partien gesehen. Hauptsächlich gilt mein Augenmerk aber den Spielen der Elf um Bundestrainerin Silvia Neid.

2 Wie bewerten Sie die bisherigen Auftritte der Mannschaft? Im Viertelfinale gegen Frankreich brauchte es ja eine ordentliche Portion Glück, um die nächste Runde zu erreichen? Wie stehen die Chancen gegen die USA?

Das Potenzial ist ohne Frage vorhanden, aber die Mannschaft hat noch nicht ihr ganzes Können gezeigt. Da ist definitiv noch Luft nach oben. Im Halbfinale gegen die USA müssen wir uns noch einmal deutlich steigern, das wird eine harte Nuss. Aber manchmal gelingt es ja gerade in solchen Schlüsselspielen noch einmal einen Gang hochzuschalten. Der Gewinner wird in meinen Augen auch Weltmeister. Das ist das vorweggenommene Endspiel.

3 Glauben Sie, dass sich der aktuelle Hype um das Team in den Alltag übertragen lässt? Merkt man in den Vereinen, dass der weibliche Nachwuchs vermehrt Fußball spielen will?

In den letzten Jahren war das Interesse nach einem Großereignis meist schnell wieder abgeflacht. In den Vereinen haben die Frauen meist immer noch einen schweren Stand. Da müssen sich einige Meinungen noch ändern. Wir würden uns natürlich freuen, wenn sich nach so einer WM mehr Mädchen in einem Fußballverein anmelden. Bisher gab es da aber noch keine spürbare Steigerung.