Die Sturm-Tüftler
19.02.2010 | 19:44 Uhr 2010-02-19T19:44:00+0100
Herbede. SV Herbede sieht sich trotz Angriffssorgen gerüstet fürs Duell mit SuS Langscheid/Enkhausen
Das ist fast schon Luxus für den SV Herbede: Von neun angesetzten Partien des 21. Spieltages in der Westfalenliga werden voraussichtlich nur zwei stattfinden können - darunter das Duell des Teams von Trainer Jörg Silberbach und dem SuS Langscheid/Enkhausen (Sonntag, 15 Uhr, Herbeder Sportplatz).
„Ist doch prima - dann haben wir sicher ein paar Zuschauer mehr auf unserer Anlage”, meinte der 44-Jährige vor dem ersten Punktspiel des neuen Jahres. Dabei geht's den Herbedern noch ganz gut: Im Gegensatz zu den meisten anderen Mannschaften haben die Wittener lediglich ein Spiel (das gegen Teutonia SuS Waltrop) nachzuholen, sind ohnehin die einzige Westfalenliga-Elf, die heuer schon 19-mal um Punkte gespielt hat.
Andererseits hat sich die Lage beim Tabellenzwölften seit dem Beginn der Winterpause - zumindest personell - nicht wirklich entspannt. „Naja, zumindest in der Abwehr und im Mittelfeld geht es uns ganz gut”, sagt Jörg Silberbach, der nun nicht mehr selbst ins Geschehen eingreifen muss, weil mittlerweile Daniel Beckmann oder Marco Held wieder zur Verfügung stehen. Ohnehin ist die Zusammensetzung der Vierer-Abwehrkette das geringste Problem für die Herbeder. Das große „Aber” jedoch sorgt in Sachen Offensive beim Herbeder Coach für Magengrummeln. „Da müssen wir uns echt was einfallen lassen und improvisieren.”
Sorgenkind Jankowski
Fakt ist, dass Top-Torjäger Sebastian Kleine, der aufgrund eines Knorpelschadens im Kniegelenk demnächst operiert werden muss, für unbestimmte Zeit ausfällt. Der ehemals vom WSV Bochum geholte Marco Jankowski hat die Titelrolle im SVH-Drama „Sorgenkind Nummer eins”, ist seit Wochen quasi unauffindbar, weder telefonisch noch sonstwie zu erreichen. „Ich habe es aufgegeben, mich dahinterzuhängen”, so ein ziemlich genervter Jörg Silberbach, der ein solches Verhalten auch noch nicht oft miterlebt haben dürfte. Ferner stehen Fabian Fröhning und Ümit Günkaya nach ihren langen Zwangspausen gerade erst wieder im Training, wären allenfalls fit für einen Kurzeinsatz. „Dann schon eher Michael Jasmund als Joker - er hat zuletzt regelmäßig trainiert”, so der Coach über den Routinier im Sturmzentrum.
„Wir haben aus den schwierigen Bedingungen in der Vorbereitung noch das Beste gemacht”, sagt Silberbach, der sich im Tor auch weiterhin auf Kevin Wirges als Nummer eins festlegt - Markus Fuchs rückt ins zweite Glied. „Ich denke, wir können mit einem relativ guten Gefühl ins Spiel gehen”, sieht der Trainer sein Team konditionell auf der Höhe. In der Einheit am Donnerstag - erstmals auf enteisten und schneefreiem Boden - „sah das schon richtig gut aus”.
Im Gegensatz zum SV Herbede, der das Hinspiel bei SuS Langscheid/Enkhausen nach 0:1-Rückstand noch mit 4:1 gewann und damit den höchsten Saisonsieg einfuhr, haben sich die Sauerländer anderweitig behelfen müssen: Soccerhalle, Kraftraum und Co. waren Trainingsorte der Mannschaft von Trainer Bernd Löseke. Zuletzt absolvierte der Liga-Achte (25 Punkte aus 17 Spielen) eine zusätzliche Konditionseinheit - beim Schneeschüppen. 30 Zentimeter hoch lag die weiße Pracht noch auf dem SuS-Platz - da war an Fußball ohnehin nicht zu denken.
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