Die SF Schnee träumen vom Aufstieg

Nur noch einen Punkt Rückstand auf die Spitze der Kreisliga B haben die Sportfreunde Schnee (rot-weiß) nach zuletzt sechs Siegen in Serie.
Nur noch einen Punkt Rückstand auf die Spitze der Kreisliga B haben die Sportfreunde Schnee (rot-weiß) nach zuletzt sechs Siegen in Serie.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Team vom Hasenhölzken ist die Mannschaft der Stunde. Vier Siege in 2015. Nach einigen schwierigen Jahren zeigt die sportliche Entwicklung wieder nach oben.

Witten..  Die Sportfreunde Schnee sind aktuell die Mannschaft der Stunde in der Fußball-Kreisliga B. Vier Spiele, vier Siege – mehr geht nicht im Jahr 2015. Die Mannschaft von Trainer Boris Decker hat sich damit zu einem ganz heißen Anwärter auf den Aufstieg gemausert, nur einen Zähler liegen die Wittener hinter Spitzenreiter Kurdistan Bochum zurück. Auf dem Schnee träumen sie deshalb vom Aufstieg in die Kreisliga A.

Als Boris Decker 2013 zum Hasenhölzken kam, da waren die SF Schnee meilenweit von der Kreisliga A entfernt. Nach dem Abstieg 2010 verhinderten die Sportfreunde ein Jahr später erst in der Relegation den Absturz in die Kreisliga C. In den beiden folgenden Spielzeiten hielt man den Kopf jeweils so gerade eben über Wasser.

Sportlich stagnierte der Club und nicht wenige vermuteten, dass man die SF Schnee bald von der Wittener Landkarte würde streichen können. Doch mit Decker kamen nicht nur neue Spieler, sondern auch neue Euphorie. Dem Verein wurde neues Leben eingehaucht. Das spiegelt sich mittlerweile auch in entsprechend guten Ergebnissen wider.

Schwierige Anfangsphase für Decker

„Das erste Halbjahr auf dem Schnee war mega kompliziert“, sagt Boris Decker heute. Er hatte mit einigen Komplikationen im Umfeld zu kämpfen und die Mannschaft mit der von ihm vorgenommenen Systemumstellung. Anstatt mit Libero wurde auf der Asche an Wittens höchstem Spielort nun mit Viererkette gespielt. Das Resultat war eine Hinrunde zum Vergessen, in 14 Spielen setzte es zehn Niederlagen. In der Rückrunde verstand die Mannschaft jedoch mehr und mehr, was der Trainer von ihnen wollte und holte mehr als doppelt so viele Punkte. „Da hat sich der Weg schon abgezeichnet“, befindet Decker.

Nach Hinrunde auf Rang vier

Sein Team knüpfte in der neuen Spielzeit an diese Entwicklung an. Die Decker-Elf überwinterte als solider Vierter, lag allerdings bereits acht Punkte hinter Herbstmeister TuS Stockum II zurück. Durch den starken Auftakt ins neue Jahr – insgesamt gab es zuletzt sogar sechs Siege in Serie – ist dieser Rückstand bereits so gut wie aufgeholt.

Unter anderem schlug Schnee den TuS Stockum II und den Portugiesischen SV, holte die Stockumer dadurch ein und hat nach Kurdistans Niederlage gegen Werne am Ostermontag nur noch einen Zähler Rückstand auf Rang eins.

Harte Vorbereitung als Schlüssel

„Wir haben in der Vorbereitung acht Wochen hart trainiert. Das sieht man nun in der einen oder anderen Sequenz“, nennt Decker einen der Gründe für den Aufschwung. Ein anderer ist die Verpflichtung des routinierten Offensivakteurs Markus Reichle. Der 37-jährige ehemalige Landesligaspieler ist der beste Freund von Boris Decker und könnte der Baustein sein, der dem Team noch fehlte. Die beste Abwehr haben die SF Schnee ohnehin schon. Mit Reichle läuft es nun auch in der Offensive besser, wie nicht zuletzt das jüngste 4:0 gegen den VfB Langendreerholz beweist. So soll es nun weiter gehen für die Wittener.

Teamgeist als wichtiger Faktor

Über allem steht aber nach wie vor der Mannschaftsgeist. „Bei uns spielen ausschließlich Leute, die kein Geld kosten und Bock haben, sich in der Gemeinschaft zu zerreißen“, sagt Decker, der ergänzt: „Das Gesamtkunstwerk besteht aus extrem harter Arbeit.“ So merken die SF Schnee aktuell nichts von einem Standortnachteil auf dem Aschenplatz am Hasenhölzken. Ein baldiges Ende des Vereins vermutet heute niemand mehr. Stattdessen könnte der heimliche Traum von der Kreisliga A jetzt schneller Wahrheit werden, als die Wittener es zu hoffen gewagt hatten.