Brebach „eskaliert“ zum richtigen Zeitpunkt

Bommerns Fabian Jung erzielte gegen den HC Heeren-Werve drei Treffer.
Bommerns Fabian Jung erzielte gegen den HC Heeren-Werve drei Treffer.
Foto: Tanja Schneider
Was wir bereits wissen
Der TuS Bommern bleibt in der Landesliga weiterhin das Maß aller Dinge - auch das Topspiel gegen den HC Heeren-Werve gewann man mit 24:20.

Bommern.. TuS Bommern -
HC Heeren-Werve 24:20

TuS: Bauer, Kilfitt; Grajcar, Groß (1), Hitzemann (5), Sipos (7/6), F. Jung (3), M. Jung (1), Mazur, Tarlinski (4), Reichelt (2), Wichmann (1), Buchholz, Burbaum (n. e.).

Eine Halbzeit lang mussten die Anhänger von Handball-Landesligist TuS Bommern ein wenig bangen und noch mehr zittern - dann legte der Tabellenführer im Spitzenspiel gegen den HC Heeren-Werve alle Fesseln ab und gewann hochverdient mit 24:20 (10:11). Die Wittener führen die Liga nun mit zwei Zählern Vorsprung vor dem FC Schalke 04 (34:27 in Ahlen) an und haben zumindest die „Herbstmeisterschaft“ schon mal im Sack.

Eine 30-minütige „Warmlauf-Phase“ benötigte der Vergleich zwischen den beiden bis dato besten Teams der Liga - erst dann bekamen die gute 450 Zuschauer im rappelvollen Sport- und Freizeitzentrum ein rassiges Duell zu sehen. „In der ersten Hälfte hat mir bei meiner Mannschaft die Dynamik total gefehlt - Heeren hat da allerdings auch fantastisch gedeckt“, zog TuS-Trainer Ingo Brebach später Bilanz. „Man hat gesehen, dass beide Mannschaften großen Respekt voreinander hatten.“

Die beste Abwehr der Liga offenbarte im ersten Durchgang wirklich einige Schwächen, hatte vor allem Probleme, Heerens quirligen Spielmacher Dominik Warias in den Griff zu bekommen. Von den Halbpositionen ging beim Gast nicht allzu viel Gefahr aus - „wir sind eine eher kleine Mannschaft, das müssen wir anders kompensieren“, so HC-Coach Kai Harbach. Hätten die Kamener Vorstädter nicht eine so gravierende Fehlwurfquote an den Tag gelegt, sie hätten dem TuS Bommern erheblich mehr Probleme bereiten können. So blieben die Teams in Halbzeit eins dicht beieinander - ein 3:0 und 6:3 der Wittener war das Höchste der Gefühle. Erstmals in Führung ging Heeren mit dem 10:9 von Warias, zur Pause hatten die Heerener durchaus verdient mit 11:10 die Nase knapp vorne.

„Ich bin dann in der Kabine kurz ein wenig ausgerastet, weil wir hinten miserabel gestanden haben“, so Ingo Brebach über seine etwas kernigere Ansprache. Auch taktisch baute er ein wenig um, brachte Fabian Jung im Rückraum-Zentrum für dessen Bruder Marius, der es gegen die resolut deckenden Heerener nicht leicht hatte. „Da hatten wir dann auch mal die Chance zu etwas einfacheren Toren“, so Brebachs Analyse. Spätestens ab dem Ausgleich zum 14:14 (36.) zeigte diese Maßnahme Wirkung, wenig später machten die Bommeraner aus einem 16:16 durch Treffer des bärenstarken Marcel Tarlinski sowie zweier Tore von Rechtsaußen Paul Reichelt ein 19:16 - das war bereits eine kleine Vorentscheidung.

„Wir waren in der Schlussphase nicht mehr so spritzig, konnten nicht so viel wechseln wie der TuS Bommern“, sah Harbach im deutlich breiter aufgestellten Kader der Hausherren den Schlüssel zum letztlich noch klaren Erfolg. Wieder drei TuS-Treffer in Serie - durch Tibor Sipos, Marcel Tarlinski und dem immer wieder Verantwortung übernehmenden Routinier Thomas Hitzemann bedeuteten den 23:18-Vorsprung (57.), jetzt war das Wittener Publikum vollends aus dem Häuschen, spendete dem Sieger stehende Ovationen.

„Das war ein verdienter, aber hart erkämpfter Sieg“, meinte Ingo Brebach erleichtert nach dem Schlusspfiff. „Sicherlich haben wir leistungsmäßig noch viel Luft nach oben, aber die zweite Halbzeit war wirklich super. Da war es das Zusammenspiel von Alt und der Esprit von Jung, die uns zum Erfolg geführt haben. Es ist nicht einfach, aus 15 richtig guten Spielern am Ende zwölf herauszusuchen, die solch ein wichtiges Spiel gewinnen.“